Energetische Sanierung von Ortsmitte III: Jetzt sind die Hauseigentümer am Zug

Das energetische Sanierungskonzept für das Quartier Ortsmitte III wird konkret: Nach einem langen Vorlauf der Planung und Koordination sowie der Erstellung eines Maßnahmenkatalogs sind jetzt bald auch die Bürgerinnen und Bürger am Zug.

In der jüngsten Sitzung des Gemeinderates gab Damian Wimmer von der am Konzept beteiligten Freiburger Energieagentur Regio einen Überblick über den aktuellen Stand der Dinge: Am 3. Mai treffen sich die an der Konzeptentwicklung beteiligten Partner STEG (Stadtentwicklungsgesellschaft mbH), badenova, Energieagentur und das Planungsbüro Guido Lemke zur Koordination der nächsten Schritte. Ab Anfang Juni soll über Flyer, Plakate und persönliche Anschreiben für eine Beteiligung der Bürgerschaft an der Sanierung von privaten Gebäuden begonnen werden. Zielgruppe sind hier die Hauseigentümer und das Gewerbe, der Handel und die Dienstleister im Sanierungsgebiet Ortsmitte III. Die Fördermöglichkeiten für energetische Sanierungen von Fassaden und Dächern sind vielfältig. Auch die Stadt Neuenburg hat in Kooperation mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) als Freiwilligkeitsleistung ein Förderprogramm für besonders hochwertige Sanierungen aufgelegt. Dessen Umfang beläuft sich auf rund 63.000 Euro für drei Jahre. Weitere Fördermöglichkeiten bietet die KfW selbst mit einem Gesamtvolumen von 180.000 Euro ebenfalls für drei Jahre. Darüber hinaus winken den Hauseigentümern kostenlose individuelle Beratungspakete sowie die Aussicht, mit Sammelbestellungen Preisnachlässe für energietechnische Anlagen zu erhalten.
Geplant sind insgesamt acht öffentliche Informationsveranstaltungen, die laut Wimmer nicht als trockene Vorträge, sondern als interaktive Formate angeboten werden sollen, hier fielen die Stichworte "Grillfest" und "Spaziergang". Am 29. Juni findet die Auftaktveranstaltung statt. Mit der Kampagne soll die energetische Sanierung von bestehenden Gebäuden im Privateigentum vorangebracht werden, erklärte Wimmer. Die Stadt selbst ist hier bereits mit gutem Beispiel vorangegangen. Zur Kampagne gehört eine umfassende Beratung der sanierungswilligen Hauseigentümer, angefangen von einer differenzierten Analyse vor Ort, die zeigt, was an dem betreffenden Gebäude individuell machbar ist. Dazu gehören auch ein "Solarcheck" sowie eine Beratung über die Fördermöglichkeiten und die möglichen Einsparungen von Energiekosten im konkreten Fall. Um den Eigentümern die Sanierungsthematik schmackhaft zu machen, soll im alten Rheinwärterhaus eine "gläserne Baustelle" eingerichtet werden. Zudem sind Gewerbestammtische zum Thema Energie-Effizienz geplant. "Wir haben das Sanierungsgebiet mit allen möglichen Programmen gehätschelt", lenkte Schuster den Blick auf die großen Themen Ausbau der Schlüsselstraße, Verkehrskonzept, Bauprojekt Schlüsselstraße und anderes. Jetzt erwarte die Stadt, dass die Eigentümer auch mitziehen. Für die Sanierung von Fassaden und Haustechnik sei der derzeitige Handlungsrahmen ein idealer Ausgangspunkt. "Wir geben jetzt den Ball an die Bürgerinnen und Bürger zurück", beschrieb Schuster die Interaktion von Stadtverwaltung und Einwohnern. Angesichts der Niedrigzinsphase sei es doch besser, Geld in die Aufwertung der eigenen Immobilie zu stecken und dabei zum Klimaschutz beizutragen, regte er an.