Modellprojekt „Fußverkehrs-Check 2017“ – Neuenburg am Rhein ist dabei

Trotz Sommerstimmung und Konzert auf dem Platz vor dem Bildungshaus Bonifacius Amerbach hatten es am 5. Juli um 17.30 Uhr doch 20 Teilnehmer bis in den Veranstaltungsraum des Bildungshauses geschafft, um sich mit dem Thema Fußverkehr in Neuenburg am Rhein zu beschäftigen. Von Vertretern der Kindertagesstätte und Schulen bis hin zu Senioreneinrichtung reichte die bunt gemischte Gruppe.
 

Die Stadt hatte zum Auftaktworkshop für den „Fußverkehrs-Check 2017, Lebensqualität gestalten!“ geladen. In diesem, vom Verkehrsministerium Baden-Württemberg zu 100 Prozent geförderten, kompetitiven Programm gehört Neuenburg am Rhein 2017 zu den acht Kommunen, die aus insgesamt 40 Bewerbern ausgewählt wurden. Bürgermeister Schuster und die Koordinatorin des Projekts, Nicole Fahrländer, haben in Stuttgart eigenhändig die Urkunde von Verkehrsminister Winfried Hermann in Empfang genommen. Der Fußverkehrs-Check 2017 hat Modellcharakter für Baden-Württemberg. Die Erkenntnisse und Lösungsansätze aus den Teilnehmerkommunen sollen Vorbildcharakter für andere Kommunen haben und wichtige Impulse für die weitere Fußverkehrsförderung in Baden-Württemberg liefern.


Die Stadt wird in der Umsetzung durch das Fachbüro Planersocietät von Kevin Hillen und Lukas Köpsel unterstützt. Sie führten am Donnerstagabend in das Thema ein und stellten zunächst die thematischen Schwerpunkte, mit denen Neuenburg sich im nächsten halben Jahr beschäftigen wird, vor. Dabei, so der Bürgermeister, sollen die Ergebnisse des hochspannenden Themas in das Projekt „Innenstadtoffensive und Qualitätsverbesserung“ einfließen und dort mit bearbeitet werden.
 
„Es gibt einen sehr simplen Anhaltspunkt für Lebensqualität“, zitierte Kevin Hiller den bekannten Städteplaner Jan Gehl. „Schauen Sie, wie viele Kinder und alte Menschen auf Straßen und Plätzen unterwegs sind. Das ist ein ziemlich zuverlässiger Indikator“. Die Fußwege von Kindern und Jugendlichen sowie älteren und mobilitätseingeschränkten Menschen sollen daher in dem Projekt in Neuenburg vorrangig behandelt werden.
 
Kern des weiteren Vorgehens sind zwei Begehungen in der Kernstadt, die für den 20. Juli und den 28. September jeweils um 16.30 Uhr vorgesehen sind. Diese wurden während des Workshops vorgestellt und durch Anregungen der Workshop-Teilnehmer modifiziert. In der ersten Begehung wird es mehr um die Belange der älteren Menschen und um Barrierefreiheit gehen, während die zweite am 28. September die Fußwege von Schülern und Jugendlichen in den Mittelpunkt stellen wird. Bei einem Abschlussworkshop im November werden die Inhalte und Ergebnisse der Begehungen zusammenfassend vorgestellt und erste Lösungsansätze und mögliche Maßnahmen vertieft erörtert.
 
Zum Fußverkehrs-Check
 
Der Fußverkehrs-Check ist eine Initiative des Ministeriums für Verkehr Baden-Württemberg. Aufgrund der Erfolge der vergangenen beiden Jahre startet die landesweite Maßnahme in diesem Jahr bereits in die dritte Runde – insgesamt 30 Gemeinden konnten dabei bislang eine Förderung erhalten. Dazu gehört Neuenburg am Rhein. Unter dem diesjährigen Motto „Lebensqualität gestalten!“ sollen die Förderung des Fußverkehrs auf lokaler Ebene vorangebracht und Politik und Verwaltung für das Thema sensibilisiert werden. Ein hochgestecktes Ziel: Bis zum Jahr 2030 ist geplant, dass landesweit 30 Prozent aller Wege zu Fuß zurückgelegt werden. Weitere Informationen: http://vm.baden-wuerttemberg.de/de/mobilitaet-verkehr/rad-und-fuss/fussverkehr/fussverkehr-checks.
 
Ansprechpartnerin für den Fußverkehrs-Checks 2017 ist Nicole Fahrländer von der Stadtverwaltung Neuenburg am Rhein, Telefon: 07631/791-120, E-Mail: nicole.fahrlaender@neuenburg.de. Interessierte können sich gern noch zu den interessanten und lehrreichen Begehungen am 20. Juli und 28. September jeweils um 16.30 Uhr anmelden, um ihre Erfahrungen und Anregungen in das Projekt einzubringen.