Großes Interesse bei der achten Auflage des Neuenburger Berufsinformationstages

Der "Neuenburger Berufsinformationstag" NEBIT ist für die Schülerinnen und Schüler des Neuenburger Schulverbunds aus Realschule und Werkrealschule ein wichtiger Trittstein auf dem Weg zum Beruf. Auch die jüngste, inzwischen achte Auflage war dank der guten Vorbereitung durch die Schulen und das Kinder- und Jugendbüro der Stadt aus Sicht der Veranstalter ein Erfolg.

Rund 300 Jugendliche, vor allem aus den neunten Klassen, nutzten die zweieinhalb Stunden am Freitagnachmittag für einen intensiven Rundgang durch die vertretenen Branchen. Im Vergleich zum Vorjahr hatte sich die Zahl der Firmen, Institutionen und Dienstleister, die ihre Ausbildungsgänge präsentierten, von 18 auf 23 erhöht.
Erfahrungsgemäß werden beim NEBIT immer wieder direkt Praktika und Ausbildungsplätze vereinbart. "Man braucht eigentlich nicht viele Gespräche, nur die richtigen", sagte ein Teilnehmer. Obwohl die Schülerinnen und Schüler durch den Unterricht bestens vorbereitet sind und auch meist schon selbst klare Vorstellungen davon haben, in welche Richtung ihr Weg zum Beruf führen soll, gibt es beim NEBIT auch immer wieder "Aha"-Erlebnisse. "Was, hier kann man auch Logistikberufe und Büromanagement lernen?", höre er immer wieder, berichtete der Vertreter der Lidl Vertriebs GmbH & Co. Kg. Die Firma, die in Eschbach ein großes Logistik-Zentrum betreibt, war am NEBIT erstmals vertreten. Und auch die Stadt Neuenburg hat mit fünf möglichen Ausbildungsgängen ein breit gefächertes Angebot an Lehrstellen. "Du willst irgendwas mit Medien?", damit lockte die Badische Zeitung an ihren Stand, wo elf Ausbildungsberufe vom Medienkaufmann bis zum Bachelor of Engineering vorgestellt wurden. Ein ganz wichtiger Partner beim NEBIT sei die Duale Hochschule Lörrach, betonte Schulleiter Thomas Vielhauer. Das Duale System biete mit seiner Verankerung in der Praxis und seinen Zugangsmöglichkeinen zu einem Hochschulstudium ideale Karrierechancen. Den Jugendlichen imponiert dabei, dass man bereits beim Studium eigenes Geld verdienen kann.
Wolfgang Gerbig, Leiter des städtischen Kinder- und Jugendbüros beobachtet einen neuen Trend: Es seien wieder mehr Jungen, die den Weg in eine praktische Ausbildung einschlagen wollen, sagte er. Viele Mädchen dagegen hätten eine schulische Weiterbildung im Fokus, wie sie beispielsweise die ebenfalls am NEBIT anwesende Müllheimer Georg-Kerschensteiner-Schule als berufliche Ganztagesschule mit Gymnasien zu bieten hat. Die Jugendlichen werden bei ihrer Entscheidung für den späteren Berufsweg nicht allein gelassen: Sie werden sowohl in der Schule als auch von Gerbig und dem Schulsozialarbeiter Martin Doll individuell begleitet mit persönlichen Gesprächen und Veranstaltungsangeboten. "Ich kenne hier alle Schulabgänger", sagte Gerbig. Und Schulleiter Vielhauer freut sich: "Am Ende sind alle zu 100 Prozent versorgt". Dass Traumberuf und realistische Chancen bei der Berufswahl in Einklang kommen, dafür sorgen unter anderem auch die Angebote für freiwillige Potenzialanalysen an der Schule. "Die Jugendlichen sind inzwischen ganz gut in der Lage, ihre eigenen Fähigkeiten mit Blick auf die Berufswahl richtig einzuschätzen", betonte Vielhauer.
Sowohl die Stadt als auch die Schulen haben ein großes Interesse, das die jungen Leute nach dem Schulabschluss in der Region bleiben, ist am NEBIT immer wieder zu hören.