Seniorenrat sucht Paten - Erstes Treffen im Fridolinhaus

Der Seniorenrat in Neuenburg am Rhein geht neue Wege, um älteren Menschen den Weg aus der Isolation zu ebnen und sucht Personen, die sich ehrenamtlich als Patinnen und Paten um ältere Menschen kümmern, die nur noch wenig am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Ziel der Aktion ist es, den Senioren durch die Patenschaften wieder Mut zu machen und sie zu unterstützen, aus ihrer Einsamkeit herauszufinden und sich wieder an Angeboten
wie Seniorentreffen oder Spielenachmittagen zu beteiligen.

Ein Aufruf in der Stadtzeitung Neuenburg am Rhein vom 7. Februar 2018 trug nun erste Früchte. Insgesamt acht Frauen haben sich bei der Vorsitzenden des Seniorenrates, Waltraud Petrillo, gemeldet und ihr Interesse daran bekundet, eine ehrenamtliche Patenschaft für vereinsamte Seniorinnen und Senioren zu übernehmen.
Gemeinsam mit dem Seniorenrat, Vertretern von der Stadtverwaltung sowie vom Fridolinhaus und Seniorenzentrum St. Georg trafen sich die Patinnen am 28. März um 15 Uhr im schön geschmückten Gemeinschaftsraum vom Fridolinhaus zu einer Informationsveranstaltung und einem ersten Kennenlernen bei Kaffee und Gugelhupf.
Waltraut Petrillo war überrascht über den Anklang, den der Aufruf gefunden hat und bedankte sich bei den vier erschienenen Patinnen für ihr Interesse an der Initiative. Sie wies darauf hin, dass die Patenschaft den Ehrenamtlichen nicht überfordern dürfe und Spaß machen müsse. Es handele sich weder um eine pflegerische Tätigkeit noch um eine Einkaufshilfe und in keinem Fall um einen Ersatz für eine Betreuung. Wichtig sei der menschliche Aspekt und Zuspruch für Menschen, die sich durch harte Einschnitte in ihrem Leben - wie Krankheit oder Tod des Partners - in die Isolation zurückgezogen haben. „Die Gestaltung der Patenschaft kann“, so Waltraud Petrillo, „nur den Paten selbst überlassen werden“. Erwünscht sei aber eine gewisse Regelmäßigkeit der Besuche bzw. gemeinsamen Aktivitäten.
Elvira Riesterer, Teamleiterin Soziales bei der Stadtverwaltung, zeigte sich erfreut über die Initiative des Seniorenrates, der die Stadt Neuenburg am Rhein gern auch weiterhin den Rücken stärken möchte.
Walter Salathe rief explizit auch Herren auf, als Seniorenpaten tätig zu werden. Und auch Menschen mit Migrationshintergrund und Geflüchtete könnten durch ehrenamtliche Arbeit Anteil an der Zivilgesellschaft nehmen.
Im Anschluss stellten sich die vier beim Treffen anwesenden Frauen vor, die gern eine Patenschaft übernehmen möchten. Sie haben zum Teil bereits alte Menschen betreut und viel Positives für sich aus der Arbeit gewonnen. Die Neuenburger Pflegeeinrichtungen Fridolinhaus und St. Georg mit ihren Vertreterinnen Gabriele Späth, Alla Frank und Manuela Bordeleau sehen durchaus Bedarf an dem „Patenschaftsmodell“ und sind gern bereit, als Vermittlerinnen unterstützend tätig zu werden und mit dem nötigen Feingefühl Paten und Senioren sowie ihre Angehörigen zusammenzubringen. In regelmäßigen Treffen soll das zukünftige Vorgehen nun ausgelotet und vertieft koordiniert werden.
Weiterhin gesucht werden Mitbürger und Mitbürgerinnen aller Altersgruppen sowohl im Kernort Neuenburg am Rhein als auch in den Ortsteilen Zienken, Grißheim und Steinenstadt, die als ehrenamtliche Seniorenpaten unter dem Motto „Das offene Ohr“ und der Schirmherrschaft des Seniorenrates Kontakte zu den älteren Menschen pflegen möchten. Natürlich können sich auch Senioren die an einen Paten vermittelt werden möchten, beim Seniorenrat melden.
Erstkontakt und Informationen: Waltraud Petrillo. Tel.: 07631/72681, Walter Salathe, Tel.: 07631/72862 und Monika Lösle, Tel.: 07635/636.

(created on 11. April 2018)