Neuenburg will Bauantragsverfahren für Förderband

Zehn Millionen Tonnen Kies sollen per Schiff abtransportiert werden

Rund 25 Millionen Tonnen Kies werden in den kommenden Jahren aus dem Hochwasserrückhalteraum Weil-Breisach auf Neuenburger Gemarkung ausgebaggert, um Retentionsflächen zu schaffen, aus denen das Hochwasser langsam abfließen kann.

Zehn Millionen Tonnen sollen als so genannte Geschiebezugabe für die Stabilisierung der Rheinsohle unterhalb der Staustufe Iffezheim verwendet werden. Um diesen Kies so umweltfreundlich wie möglich abzutransportieren, wurde der 140 Kilometer lange Wasserweg gewählt. Das bedeutet, dass auf der Höhe von Ottmarsheim eine Verladestation am rechten Ufer des Rheinseitenkanals gebaut wird. Der Kies wurde mit einem Förderband von einem noch zu errichtenden Logistikzentrum auf der deutschen Rheinseite zu den Schiffen transportiert. Diese Installation soll maximal zehn Jahre betrieben und dann wieder abgebaut werden. Das Förderband, das täglich 8000 Tonnen Kies zu den Frachtschiffen transportieren soll, ist in zwei Abschnitte gegliedert: Der erste überquert auf einer Brücke aus Stahlfachwerk, die auf Rammpfählen ruht, den Rhein bis zur Rheininsel, wo sich an einer Übergabestation die Transportrichtung nach Norden bis zu dem Schiffsbelader am Ufer des Rheinseitenkanals ändert. Die gesamte Trasse des Förderbandes ist 980 Meter lang, die Logistikfläche, wo der Kies abgeladen wird, liegt auf Neuenburger Gemarkung.

Der Gemeinderat Neuenburg befasste sich in seiner jüngsten Sitzung mit dem Antrag auf wasserrechtliche Erlaubnis zur Errichtung der Förderbandbrücke und mit dem Erläuterungsbericht des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Freiburg. Bürgermeister Joachim Schuster betonte bei der Vorstellung der Einzelheiten, dass die Stadtverwaltung der Ansicht sei, dass für das Projekt ein Bauantragsverfahren notwendig ist und der bestehende Planfeststellungsbeschluss des Integrierten Rheinprogramms das nicht abdecke. Berücksichtigt werden müsse das „Schutzgut Mensch“, wenn während der Betriebszeit täglich bis zu 233 Kieslaster an der Logistikfläche vorfahren. Die Erholungslandschaft werde dadurch erheblich beeinträchtigt, auch wenn sich in unmittelbarer Nähe der Anlage keine Wohngebiete befinden. Auch die zu erwartenden Lärmemissionen seien nicht unerheblich. Der Kies, der nach Iffezheim verschifft werden soll, kommt ausschließlich aus Abbauflächen auf Neuenburger Gemarkung. Der Gemeinderat beauftragte die Verwaltung eine Stellungnahme mit den angesprochenen Themen zu verfassen.