Zukunftswerkstatt „Smart City Neuenburg am Rhein 2022“

Die Stadt auf dem Weg zur digitalen Zukunftskommune

Der digitale Wandel ist in vollem Gange. Die technologischen Entwicklungen sind rasant und verändern das Leben auch in Kommunen wie Neuenburg am Rhein. Wie und mit welchen sinnvollen und passenden Maßnahmen kann das digitale Leben in der Stadt für die Zukunft aufgestellt werden? Diesem Thema hat sich die nun bereits 16. Zukunftswerkstatt, die unter dem Motto „Neuenburg am Rhein auf dem Weg zur digitalen Zukunftskommune“ stand, am 10. Dezember gewidmet.

Rund 50 interessierte Bürgerinnen und Bürger sowie Personen aus Wirtschaft, Politik, Bildung und Verwaltung waren um 18:30 Uhr in den Sitzungssaal des Neuenburger Rathauses gekommen, um sich mit der digitalen Zukunft in der Stadt auseinanderzusetzen, Wünsche vorzutragen und gemeinsam Ideen zu entwickeln.

Fachbereichsleiter Peter Müller begrüßte die Teilnehmer und bedankte sich für ihr Kommen gerade auch in der für viele stressigen Vorweihnachtszeit. Danach wurde es mit einer Live-Schaltung gleich digital. Bürgermeister Joachim Schuster, der leider nicht persönlich anwesend sein konnte, hieß live zugeschaltet, alle Anwesenden herzlich willkommen. Viele Prozesse liefen bereits in Neuenburg am Rhein, andere werden sich in den nächsten Monaten entwickeln. Im Rahmen des Projektes „Digitale Zukunftskommune@bw“, für das Neuenburg am Rhein unter 1.100 Kommunen ausgewählt wurde, wird eine Digitalisierungsstrategie entworfen, die unter anderem die Verwaltung näher zum Bürger bringen soll. „Die 35.000 Euro Förderung durch das Land Baden-Württemberg sind gut angelegtes Geld und werden Neuenburg am Rhein dabei unterstützen, in Sachen Digitalisierung weit vorne mit dabei zu sein“, so der Bürgermeister. „Damit gehört die Stadt zu den Vorreitern in Baden-Württemberg.“

Die Moderatoren und Projektmanager Christopher Heck von der GT-Service GmbH und Franz-Reinhard Habbel , Sprecher des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, sowie Frau Dr. Janina Salden, Referatsleiterin des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, führten im Anschluss eindrucksvoll in das Thema Digitalisierung ein. „In Deutschland leben rund 82 Millionen Menschen, es gibt aber 148 Millionen Handys, 50 Millionen davon sind Smartphones“, berichtete Franz-Reinhard Habbel. Damit werde am wenigsten telefoniert. Die Nutzerinnen und Nutzer navigieren, schreiben E-Mails, besuchen Websites und kommunizieren in den sozialen Netzwerken. Das ist nur ein Beispiel, wie die Digitalisierung das Leben der Menschen verändert hat und weiter verändern wird. Dabei sollte, so Habbel, der Mensch im Mittelpunkt stehen, Veränderung als Normalität und Digitalisierung als Chance angesehen werden.
In Neuenburg am Rhein sei mit dem European Energie Award und der Landesgartenschau 2022 vieles im Umbruch, stellte Christopher Heck fest. Davon hatten sich die Projektmanager bereits in einem vorbereitenden Workshop mit der Stadtverwaltung im Oktober überzeugen können. Zum Zeitpunkt der Landesgartenschau 2022 soll Neuenburg am Rhein dann auch „Smart City“ sein. Der Fahrplan dafür wird im Rahmen des Projektes „Digitale Zukunftskommune@bw“ erarbeitet, eine Digitalisierungsstrategie soll bis zum Frühsommer 2019 zur Verfügung stehen.

In dem „Themen-Café Neuenburg am Rhein“ konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Zukunftswerkstatt im Anschluss aktiv beteiligen und zu den drei Lebensbereichen „Bildung und Betreuung“, „Wirtschaft, Handel und Mobilität“ und „Verwaltung und Bürgerservices“ diskutieren sowie Ideen und Wünsche formulieren. Die erarbeite Vorschlagsliste war lang und reichte von der Entwicklung einer Bürger- und Tourismus-App, nachhaltigen Lösungen bei Verkehr und Mobilität bis hin zu einer besseren Ausstattung und stärkeren Vernetzung im Bildungsbereich. Anregungen, die in die Digitalisierungsstrategie einfließen werden.
Zum Schluss der Veranstaltung waren sowohl Moderatoren als auch Stadtverwaltung hochzufrieden mit der engagierten Beteiligung und den qualitativ hochwertigen Vorschlägen aus der Bürgerschaft.
 
Zum Projekt „Digitale Zukunftskommune@bw“
Um Städte, Gemeinden und Landkreise bei ihren Digitalisierungsanstrengungen zu unterstützen, hat das Land Baden-Württemberg im Rahmen seiner Digitalisierungsstrategie digital@bw im August 2017 den Ideenwettbewerb „Digitale Zukunftskommune@bw“ ausgerufen. Neuenburg am Rhein hat sich beworben und ist nun eine von 50 Kommunen mit Modellcharakter. Zur Entwicklung einer nachhaltigen Digitalisierungsstrategie erhielt die Stadt eine Förderung von 35.000 Euro.

Der weitere Verlauf
Nach dem Start im Oktober 2018 wurde am 21. November mit der Verwaltung in einem Workshop bereits eine Ist-Analyse vorgenommen. Ende Januar 2019 soll auf Wunsch von Bürgermeister Schuster noch ein Treffen mit Schülerinnen und Schülern stattfinden, um auch die Jugend in das Projekt einzubinden.

„Smart City“
Der Begriff steht für vernetzte Städte mit einem gesamtheitlichen Entwicklungskonzept, das darauf abzielt, Städte effizienter, technologisch fortschrittlicher, grüner und sozialer zu gestalten.