„Eine gute Wertschöpfung“

Forstbezirksleiter Kilian erläutert die Ergebnisse und Planungen für die Forstwirtschaftsjahre 2017 bis 2019

Das Forstjahr 2017 war das erste in der neuen Periode des Forsteinrichtungswerks, das im Zehnjahresturnus die Einschlagsmengen festlegt. Man habe, was den Neuenburger Stadtwald angeht, mit einer Holzernte von 2120 Festmetern eine planungsmäßige Punktlandung hinbekommen, erläuterte Forstbezirksleiter Michael Kilian dem Finanzausschuss das Zahlenwerk.

Erfreulich: Die Differenz zwischen den Erlösen und dem Aufwand zeigt im abgelaufenen Geschäftsjahr ein erfreuliches Plus von 13.292 Euro. In der Gesamtbilanz schlagen außerdem die Pachteinnahmen für die Standorte von Sendemasten mit 32.641 Euro und die Einnahmen aus der Jagdpacht mit 12.000 Euro zu Buche, so dass bei Berücksichtigung aller Ausgaben wie Kulturenpflege, Erschließung, Verwaltungskosten und anderem ein Plus von 18.660 Euro verzeichnet werden konnte. Ein stolzes Ergebnis, das auch dem Durchschnitt der zurückliegenden zehn Jahre entspreche, freute sich Kilian. Im Jahr 2018 habe man neue Kulturen angelegt, wobei das Ziel weiter in Richtung Laubmischwald gehe, berichtete Kilian.

Rätselhaftes Kiefernsterben
Derzeit beobachte man ein Kiefernsterben, das als flächenhaftes Phänomen auftritt. Es könne nicht eindeutig einer Ursache zugeordnet werden, habe sich aber im Lauf des extrem trockenen Sommers verstärkt. Im Bergwald habe die Trockenheit die Ausbreitung des Borkenkäfers begünstigt, so dass Tannen mit einem Volumen von 500 Festmetern abgestorben seien. „Die Trockenheit hat alle Baumarten gestresst“, sagte Kilian. Am besten käme noch die Douglasie damit klar. Der hohe Anteil von so genanntem Käferholz und Sturmholz habe den europäischen Holzmarkt aus den Fugen gebracht. Auf den abgeernteten Kiefernflächen werde man verstärkt die robustere Robinie einbringen, auch wenn diese Baumart als nicht heimisch gilt und auf hochwertigen Naturschutzflächen nicht erlaubt sei. Für den Neuenburger Stadtwald sieht Kilian einige Nachteile im Vergleich zu den Waldflächen anderer Kommunen, etwa die geringe Produktionsfläche und die Tatsache, dass Kiesböden generell keine Spitzenstandorte sind. Die Verwendung des Schwachholzes aus dem Stadtwald für den Betrieb der Hackschnitzelanlage sei gute Wertschöpfung, lobte er. Für das Jahr 2019 stellte er, „wenn alles gut läuft“ einen „geringen Überschuss“ in Aussicht, obwohl die vom zuständigen Forstbezirk Staufen ermittelten Planzahlen für 2019 ein Defizit von 18.900 Euro ausweisen. Denn Kilian rechnet mit einem Förderzuschuss von 20.000 Euro für die Anlage neuer Kulturen auf einer Fläche von drei Hektar, die mit 37.000 Euro veranschlagt ist. Der Umbau des Waldes zu einer robusteren, gegen Trockenheit und Sturmschäden resistenteren Pflanzengesellschaft erfordere hohe Investitionskosten.