Bewegen, balancieren, klettern, erkunden

Die 31 Neuenburger Spielplätze werden sukzessive umgestaltet / Sachstandsbericht im Finanzausschuss

Die Spielplätze in Neuenburg sind sicher: Nachdem das System der Kontrolle umgestellt wurde, hat Thomas Lang, Inhaber der in Neuenburg angesiedelten Firma „bau-werk“, die Aufgabe übernommen, einmal wöchentlich mit einer Sichtkontrolle die Anlagen und Spielgeräte auf ihre Sicherheit zu überprüfen. Dem Ausschuss für Verwaltung und Finanzen präsentierte Lang in dessen jüngster Sitzung einen Sachstandsbericht.

Der von „Bau-Werk“ in Zusammenarbeit mit den Kindern gestaltete Spielplatz an der Neuenburger Grundschule mit seinen Kletter- und Balanciermöglichkeiten wird intensiv genutzt.

Kaum ein Ratsmitglied hätte die große Zahl der Anlagen erraten können: 18 öffentliche Spielplätze gibt es auf der Gesamtgemarkung, dazu kommen 13 Spielplätze an Kindergärten und Schulen. Auch die Jahresinspektion im September brachte in puncto Sicherheit keine negativen Befunde. In die Jahre gekommene Spielgeräte würden sukzessive abgebaut, erklärte Lang.Neue pädagogische AnsätzeBürgermeister Joachim Schuster bestätigte in diesem Zusammenhang dass das Rezept „Wippe, Schaukel, Karussell“ inzwischen pädagogisch überholt ist. Der Trend gehe weg von mechanischen Spielgeräten, hin zu Bewegung und Eigeninitiative der Kinder. Ihr Aufenthalt auf einem Spielplatz soll mehr von Entdeckungen und Erfahrungen geprägt sein, als vom reinen Bespaßt-Werden, erklärte Schuster. Das bestätigte Lang, dessen Firma auch Spielplätze gestaltet und beim Bau die Kinder vielfach in die praktischen Arbeiten einbezieht. Bau-Werk hat in Neuenburg selbst etliche Spielräume gestaltet, die sehr gut angenommen werden, wie beispielsweise der Spielraum zwischen Grund- und Realschule mit Kletter- und Balanciermöglichkeiten, denen man die intensive Benutzung ansieht. Lang arbeitet mit Naturmaterialien, vor allem heimischer Robinie, Juteseilen und Bodenbelägen aus feinem Rollkies, Rinde oder Rasen.Strenge gesetzliche VorgabenEr weiß, dass nicht nur die Benutzerfreundlichkeit eine Rolle spielt, sondern dass bei jeder Spielstation „Fallräume“ berücksichtigt werden müssen. Neue gesetzliche Regelungen, die auf realen Unfallszenarien basieren, haben beispielsweise dazu geführt, dass auf dem Spielplatz am Rohrkopf eine Schaukel abgebaut werden musste. Ebenso musste auf dem Spielplatz Neuenfelsstraße eine Betonröhre verschlossen werden, weil das Verhältnis von Durchmesser und Länge nicht mehr den gesetzlichen Vorgaben entsprach. Sicher, aber nicht unbedingt ästhetisch sind nach Lang die vielen Einfassungen von Sandplätzen und anderen Spielbereichen aus alten Autoreifen. „Wir haben in Neuenburg überall tolle Flächen“, bilanzierte Lang. In den kommenden Jahren würden noch mehr alte Spielgeräte abgebaut und gegebenenfalls neue Elemente installiert. „Hier halten wir uns an die Empfehlungen von Herrn Lang“, meinte der Bürgermeister dazu.Am Ende der Präsentation stellte er fest, dass die Stadt auf einem guten Weg sei, aber auch einiger Handlungsbedarf bestehe: Die betreffenden Neuenburger Spielplätze sollen deswegen sukzessive umgestaltet werden. Der Spielplatz am Wuhrlochpark als bisher einziger zentrumsnaher Spielplatz soll im Zuge der Landesgartenschau eine deutliche Aufwertung erfahren. Auf anderen öffentlichen Flächen im Stadtzentrum befinden sich derzeit keine Spielmöglichkeiten für Kinder, das könne aber mit mobilen Spielgeräten nachgeholt werden, sagte Schuster. Diese könnten dann im Fall von Großveranstaltungen vorübergehend abgebaut werden. Lang regte in diesem Zusammenhang an, im Zentrum Elemente zu installieren, die thematisch einen Bezug zum Rhein herstellen (stark „wasserorientiert“ sind) und Kinder zum Verweilen und Spielen anregen. Bei allen Neuerungen sollen nach Lang auch die Menschen aus dem jeweiligen näheren Wohnumfeld mit einbezogen werden.