Zukunftswerkstatt „Zusammenleben in Neuenburg am Rhein“

Bestandsaufnahme und Vision

Die nun bereits 15. Neuenburger Zukunftswerkstatt stand am 24. November ganz unter dem Motto „Zusammenleben in Neuenburg am Rhein“. Unter Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern wurde eine Bestandsaufnahme vorgenommen und Zukunftsbilder erarbeitet, die nun die Basis für eine weitere konstruktive Arbeit legen.

Mit einem großen Dankeschön für den der Stadt geschenkten Samstagvormittag begrüßte Bürgermeister Joachim Schuster über 40 Bürgerinnen und Bürger und die beiden Prozessbegleiter der Führungsakademie Baden-Württemberg Dr. Thomas Uhlendahl und Hans Jürgen Lutz in der Aula des Kreisgymnasiums. Mit der Zukunftswerkstatt „Zusammenleben in Neuenburg am Rhein“ werde, so der Bürgermeister, eine lange Tradition fortgesetzt, die sich in der Stadt bewährt hat und deren Ergebnisse als wichtige Handreichungen regelmäßig in die kommunalpolitische Arbeit einfließen.Das breite Spektrum der Teilnehmenden von Jung bis Alt und vom erst kürzlich zugezogenen Geflüchteten über Menschen mit und ohne Migrationshintergrund, die bereits länger in der Stadt wohnen bis hin zu Alteingesessenen Neuenburgern zeigt das Interesse für das über die Integration von Geflüchteten weit hinausreichende Thema „Zusammenleben“. Mit Hilfe des Landesprogramms „Prozessbegleitung Integration durch bürgerschaftliches Engagement und Zivilgesellschaft“ sollen bis Ende 2019 die verschiedenen Akteure in der Stadt zusammengebracht, vernetzt, ein gemeinsam getragenes Zukunftsbild entworfen und für Maßnahmen der Umsetzung notwendigen Strukturen geschaffen werden.Nach einem in das Thema einstimmenden Video mit dem Tenor „An open world begins with an open mind“ ging es in kleinen Gruppen dann darum, eine Bewertung der derzeitigen Situation vorzunehmen und im Anschluss daran in neun thematischen Arbeitsgruppen - Bildung/Schule, Ausbildung /Praktika, Arbeit, Sprache, Wohnen, Gesundheit, Kultur/Freizeit, Wertedialog und Zusammenspiel Ehrenamt/Hauptamt – Anregungen und Wünsche in Zukunftsvisionen zu fassen.Die Bestandsaufnahme brachte einerseits zum Vorschein, dass beim Zusammenleben in Neuenburg am Rhein bereits vieles auf einem guten Weg ist. Von der Aufnahme der unterschiedlichsten Nationen und der Offenheit in der Stadt für Zuwanderer bis hin zur positiven integrativen Arbeit von Stadtverwaltung, Vereinen, Kirchen und Ehrenamt reichten die Nennungen. Andererseits wurden Schwächen genannt, bei denen der Mangel an bezahlbarem Wohnraum und an Treffpunkten für Austausch und Begegnung einen großen Stellenwert einnahmen. Daher waren die Zukunftsvisionen dann oft auch in Form von Häusern abgebildet, die interkulturelles Lernen ohne Barrieren, generationsübergreifendes Wohnen, Begegnung und Austausch ermöglichen und eine umfassende gesundheitliche Versorgung bereitstellen. Darüber hinaus wurde eine unbürokratischere Arbeitswelt mit Praktika-, Ausbildungs- und Arbeitsplätze für Alle und ein auf Respekt basierender angstfreier Alltag mit einem wertgeschätzten bürgerschaftlichen Engagement gefordert.Bürgermeister Schuster, der aktiv in den Arbeitsgruppen mitwirkte und die Nähe zu den Bürgerinnen und Bürgern zum intensiven Austausch nutzte, freute sich in seiner Abschlussrede über die engagierte Arbeit und unterstrich, dass für ein gutes Zusammenleben auch ein starkes bürgerschaftliches Engagement notwendig sei. Er wies aber auch darauf hin, dass Ehrenamt verkraftbar sein muss und nicht überstrapaziert werden darf. Darum hat die Stadtverwaltung mit dem Team Soziales Elvira Riesterer, Jasmin Hercher, Esther Hagenow und Dr. Andrea Kühne starke hauptamtliche Strukturen geschaffen. Mit einem Dank an den Hausherren des Kreisgymnasiums Neuenburg am Rhein, Rainer Kügele, endete ein anregender und kurzweiliger Vormittag.Das weiter Vorgehen im ProjektIm Januar 2019 wird ein Strategieworkshop der Begleitgruppe die Ergebnisse der Zukunftswerkstatt aufarbeiten und im Februar/März 2019 werden dann Workshops der entstandenen thematischen Arbeitsgruppen durchgeführt werden.Zukunftswerkstatt Neuenburg am RheinZukunftswerkstätten und Bürgerbeteiligungen sind in Neuenburg am Rhein seit vielen Jahren eine Institution. Von „Energie- und Klimaschutz“ über „Lebenswelten für Kinder und Jugendliche“ und „Wirtschaftsentwicklung“ bis hin zu „Visionen 2025“ reichte das bisherige Themenspektrum.Die nächste Zukunftswerkstatt „Smart City Neuenburg am Rhein 2022 - Neuenburg am Rhein auf dem Weg zur digitalen Zukunftskommune“ findet am 10. Dezember von 18:30 bis 21:30 Uhr im Sitzungsaal des Rathauses Neuenburg am Rhein statt. Anmeldungen unter: stefan.laasch@neuenburg.de.