Verkehrsknoten werden entschärft

Planfeststellungsverfahren für drei Kreisverkehre beginnt / 15 Monate Bauzeit
 
Die Autobahnabfahrten von der A 5 nach Neuenburg am Rhein werden immer mehr zur Gefahrenstelle: In Spitzenzeiten mit hohem Verkehrsaufkommen stauen sich die Fahrzeuge in beiden Richtungen bis auf den Verzögerungsstreifen.

Das Regierungspräsidium als zuständige Straßenbaubehörde ist schon seit längerer Zeit dabei, die Vorplanungen zur Lösung des Problems voranzubringen. Drei Kreisverkehre, zwei an den jeweiligen Ausfahrten aus Nord- und Südrichtung sowie einer am Kronenrain, der die jetzige Ampelanlage ersetzen soll, sind in der Planung. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderates stellte der Vertreter des Regierungspräsidiums, Bernd Dörr, die aktuelle Situation vor, bei der es um den Einstieg ins Planfeststellungsverfahren geht. Zudem gab er einen Ausblick auf die Verkehrsführung während der 15-monatigen Bauzeit, die Ende 2021 abgeschlossen sein soll. Die Planungsarbeit übernimmt das Freiburger Büro Fichtner Water and Transportation. Gebaut werden soll in zwei Abschnitten: Der erste betrifft den Anschluss von Norden her, also den westlichsten der drei Kreisel, im zweiten Bauabschnitt sollen dann der Kreisverkehr von der aus Süden kommenden Abfahrt und der am Kronenrain gebaut werden. Die Gesamtkosten bezifferte Dörr mit 4,9 Millionen Euro, die Stadt Neuenburg wird für ihre Anteile an dem Projekt 838.000 Euro übernehmen. Auch wenn die Umleitungen und Ausweichstrecken zum Teil durch provisorische Zufahrten ausgewiesen werden, müssen sich die Verkehrsteilnehmer während der Bauzeit auf eine neue Situation einstellen, betonte Bürgermeister Joachim Schuster. Die zweite Variante, die Situation an den drei Verkehrsknoten durch Ampelanlagen zu entschärfen, habe man aus Gründen der Sicherheit, der um 20 Prozent höheren Kosten und des höheren Flächenverbrauchs verworfen, sagte Dörr.Zwei BauabschnitteUm die Kreisverkehrsanlagen leistungsfähig zu gestalten, soll an der Auffahrt auf die A 5 in nördlicher Richtung ein so genannter Bypass die aus dem Gewerbegebiet kommenden Fahrzeuge direkt zur Autobahn leiten. Der Kreisel am Kronenrain soll ebenfalls einen Bypass vom Wuhrloch zur A5 erhalten und außerdem durch eine zweistreifig befahrbare Kreisfahrbahn, die ein versetztes Fahren erlaubt, die Durchsatzkapazität erhöhen. Während des ersten Bauabschnitts wird die Abfahrt von der A5 aus nördlicher Richtung voll gesperrt, der übrige Verkehr wird über die alte Zollanlage geleitet. Beim zweiten Bauabschnitt ist ein differenziertes Umfahrungssystem erforderlich, das unter anderem eine provisorische Verbindung zur Westtangente beinhaltet. Auch hier wird der Autobahnanschluss von Süden her voll gesperrt. Wichtig sei hier, dass die Erreichbarkeit der Innenstadt gewährleistet ist, betonte Schuster.AusgleichsmaßnahmenDie gesetzlich vorgeschriebenen Ausgleichsmaßnahmen für den Eingriff in die Natur werden am nördlichen und nordöstlichen Ufer des Zienkener Baggersees realisiert: Dort sollen wuchernde Brombeersträucher und Robinien ersetzt werden durch einen ökologisch höherwertigen Magerrasen mit größerer Artenvielfalt.AnregungenDie Ratsmitglieder hatten viele Fragen, die Verkehrssicherheit betreffend, aber auch zum Thema Verkehrsführung der Rad- und Fußwege. Und auch die Landwirte sehen dem Bau kritisch entgegen: Wie sollen sie ihre Ernte von Mais und Getreide zu den Anlieferungsstellen im Elsass bringen? Schon jetzt ist es ihnen verboten mit ihren Traktoren die B 378 zu benutzen. Hier müsse man über eine zeitlich befristete Sonderregelung nachdenken, meinte Bürgermeister Schuster und versprach, sich um diese „Hausaufgabe“ zu kümmern. Dass es bei Sonderereignissen wie Feiertagen im Nachbarland oder verstärkten Grenzkontrollen auch mit der neuen Verkehrsregelung zu Engpässen kommen kann, schloss Dörr nicht aus: Die Planungen seien auf das alltägliche Verkehrsgeschehen ausgelegt, „gewisse Überlastungen“ müssten hingenommen werden, sagte er. Die Stadt selbst habe für das Regierungspräsidium eine Stellungnahme vorbereitet, in die weitere Aspekte, die das Bauprojekt betreffen, einfließen sollen, sagte Schuster. Unter anderem gehe es dabei um Details zum Betriebshof und der Feuerwehr. Die Planunterlagen können im Bürgerbüro von der Öffentlichkeit eingesehen werden und sind auch im Internet zu finden.

(created on 31. July 2018)