Neugestaltung der Schlüsselstraße

Weg von der reinen Verkehrsstraße hin zu einer Straße für alle – so sehen die Pläne zur Neugestaltung der Schlüsselstraße aus. In der öffentlichen Gemeinderatssitzung am 10.09. stellte Andreas Böhringer von der AG Freiraum die Vorentwurfsplanung nebst Kostenschätzung vor.

Beginnend am Kreisel bei der Sparkasse werden auf der gesamten Breite – also von Hauswand zu Hauswand – Pflastersteine verlegt. Die Fahrbahnbreite beträgt 5,50 Meter, die barrierefreien Gehwege sind zwischen 4,00 Meter und 5,40 Meter breit. Der Rathausplatz wird optisch mit der Ölstraße verbunden, indem in diesem Bereich das gleiche Material verlegt wird. Auf Höhe des Eiscafes Dolce Amaro stand einst das Mühlentor als eines von vier Stadttoren. Dieser historisch verbürgte Standort soll mit dem Wechsel des Belages visualisiert werden. An der Rebstraße endet dann der 1. Bauabschnitt. Der 2. Bauabschnitt endet an der Friedhofstraße, mit dem 3. Bauabschnitt bis zur Bahnhofstraße endet das Sanierungsgebiet.
 
Eine Straße für alle schließt selbstverständlich auch Menschen mit körperlichen Einschränkungen ein. So werden neben der Barrierefreiheit auf Straße und Gehweg auch Bodenindikatoren für Sehbehinderte angebracht. Gewährleistet wird auch die Barrierefreiheit bei Bussen, es wird zwei Bushaltestellen geben. Behindertenstellplätze sind vorgesehen in der Ölstraße und in der Breisacher Straße. Des Weiteren gibt es einen Kurzzeitparkplatz vor der Apotheke. Weitere Stellplätze sind nicht geplant. Stellplatzangebote soll es im geplanten Parkhaus geben, so Andreas Böhringer. Weitere Parkplätze sind in unmittelbarer Umgebung der Schlüsselstraße vorhanden.
 
Aufgewertet wird die Innenstadt aber auch mit der Wahl der Bepflanzung. Hier hat man sich für den Amberbaum entschieden. Dieser ist zwar kein heimisches Gehölz, als sogenannter Klimabaum wird er aber besser mit den sich abzeichnenden Klimaveränderungen zurechtkommen. Überdies wird er mit seinem besonders schönen Farbwechsel des Laubes durch die Jahreszeiten besondere Akzente setzen. Gepflanzt wird nicht als Allee sondern im Wechsel versetzt. Ebenfalls wechselseitig ist die Beleuchtung mittels Stelen angedacht. Diese sollen mit ergänzenden Funktionen ausgestattet sein.
 
Als weitere Maßnahmen der Qualitätsoffensive wird sein, die Tabakläden und Vergnügungsstätten aus der Innenstadt hinauszudrängen und Fehlentwicklungen entgegenzuwirken.
 
Die Attraktivität der Innenstadt wird erhöht werden, indem Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer gleichberechtigt sind. Dies heißt für Autos eine maximale Höchstgeschwindigkeit von 20 km pro Stunde, auf Höhe des Rathausplatzes sogar von nur 7 km pro Stunde.
 
Im Juli gab es für die Eigentümer der angrenzenden Grundstücke eine Informationsveranstaltung. Hier konnten Wünsche und Hinweise geäußert werden, Anregungen wurden entgegen genommen. Einsprüche wurden keine erhoben.
 
Alle Maßnahmen seien eine historisch einmalige Chance, so Bürgermeister Schuster. Mit dem Entwurf der Neugestaltung werden die Weichen gestellt, um der nachfolgenden Generation eine lebenswerte Innenstadt zu hinterlassen. Natürlich kostet das Geld. Das steht außer Frage. Doch die Finanzierung wird so sein, dass die Stadt dies stemmen könne. In diesem Zusammenhang erwähnte Bürgermeister Schuster, dass das Förderprogramm ASP bis April 2022 verlängert wurde.
 
Begonnen wird mit den Baumaßnahmen im September 2019. Die Erreichbarkeit der Innenstadt in Bezug auf den Einzelhandel und der Gastronomie ist dabei ein großes Thema. Hier wird es gemeinsame Gespräche in einer Arbeitsgruppe mit dem Gewerbeverein und dem Verkehrsverein geben.
 
Die Kostenschätzung für den 1. Bauabschnitt beläuft sich auf 2,3 Mio. €. Hinzu kommen Nebenkosten und Tiefbauarbeiten für Leitungen und Kanäle.
 
Dem Antrag, die Vorentwurfsplanung und Kostenschätzung zu befürworten, wurde einstimmig zugestimmt.
 
 
 
 

(created on 25. September 2018)