Naturschutz und regionale Produkte im Blickpunkt

17. binationale Ausstellung „Natur-e“ lockte die Besucher nach Chalampé

Zum 17. Mal fand in Chalampé rund um die Festhalle die binationale Ausstellung mit Bauernmarkt „Natur-e“ statt. Die Veranstalter, die Mulhouse Alsace Agglomération (m2a) sowie die Kommunen Chalampé und Neuenburg am Rhein hatten wieder eine ganze Reihe von interessanten Ausstellern, regionalen Erzeugerbetrieben und naturkundlichen Institutionen für eine Präsentation an diesem Sonntag gewinnen können.

Unter versierter Anleitung konnten an einem Stand lustige Tiere aus Wolle gebastelt werden

"Natur-e" ist auch Bestandteil im Semesterprogramm der binationalen Regio Volkshochschule - Université Populaire mit Sitz in Neuenburg und Bantzenheim. Die Zahl der Aussteller im Saal der Mehrzweckhalle ist im Vergleich zu den Vorjahren drastisch gesunken. Mit dem NABU, der Stadt Neuenburg, dem Amphibienschutzverein BUFO und der französischen Agentur für Biodiversität waren jedoch vier wichtige Institutionen als Multiplikatoren für Natur- und Umweltschutz vertreten. Wie stark die Kommunen die gemeinsame Veranstaltung unterstützen, zeigte der gemeinsame Eröffnungsrundgang mit Neuenburgs Bürgermeister Joachim Schuster und der Bürgermeisterin von Chalampé, Martine Laemlin sowie Mitgliedern beider Gemeinderäte. Die Stadt Neuenburg präsentierte auch das Konzept des vor einem Jahr eingeweihten Naturkindergartens. Lebendige Tiere anfassen gehört zumindest für Kinder unbedingt dazu, wenn es um die Natur geht. Hier waren neben dem Kaninchen-Streichelzoo des elsässischen Züchters Bernard Meyer die stattlichen Comtois-Pferde des Vereins „Traits de Haute Alsace“ eine weitere Attraktion und ein Novum auf der „Natur-e“. Die Kraft der Zugpferde als erneuerbare und umweltschonend eingesetzte Energie wurde anschaulich gemacht, indem eins der Pferde einen Baumstamm durch einen kleinen Parcours zog. Auch das Ökomobil des Regierungspräsidiums Freiburg war wieder vor Ort, wo man Pflanzen bestimmen und unter dem Mikroskop erforschen konnte.
Wie Frankreich als Staat EU-Bestimmungen zum Erhalt der Biodiversität flächendeckend umsetzt, wurde erklärt am Stand der „Agence Française pour la Biodiversité“, die seit zwei Jahren mit 1300 Mitarbeitern aus verschiedenen Institutionen Aufklärungsarbeit betreibt und bei Kontrollen von Umweltdelikten auch polizeiliche Befugnisse hat. Ab dem kommenden Jahr werde man noch breiter vernetzt in Zusammenarbeit auch mit den Jagdverbänden, erklärte der Vertreter am Infostand. Für das neue „Office Française de la Biodiversité“ (OFB) sollen landesweit 2700 Mitarbeiter eingesetzt werden, das Budget liegt bei 340 Millionen Euro.
Kindgerecht aufbereitet wurden die Themen der Biodiversität an verschiedenen Spiel- und Bastelstationen. Guten Zuspruch fanden auch die Angebote der lokalen nach ökologischen Richtlinien produzierenden Erzeugern von Honig über Fleisch und Wurst bis zu Backwaren, Käse und Wein. „Die Verbraucher in Frankreich sind sehr interessiert und haben eine ganz andere Einkaufsmentalität als in Deutschland“, hat Claudia Zimmermann, Kellermeisterin des Schliengener Wein- und Sektguts Harteneck beobachtet. Man komme mit den Besuchern schnell ins Gespräch, war auch der Eindruck von Lilly Nockemann, die für den NABU Müllheim vor Ort war.