Integration von Geflüchteten ist auf einem guten Weg

Sachstandsbericht im Ausschuss für Verwaltung und Finanzen vorgestellt.
Im Mai 2014 kamen die ersten Geflüchteten nach Neuenburg am Rhein. Schon vor ihrer Ankunft hatte sich ein Netzwerk aus ehrenamtlich und hauptamtlich tätigen Menschen gebildet, die den Integrationsprozess von Anfang an begleiten wollten.

Das ist gut gelungen, das proaktive Engagement trägt jetzt schöne Früchte, wie der Sachstandsbericht zeigte, den Teamleiterin Elvira Riesterer und ihre Mitarbeiterin Jasmin Hercher dem Ausschuss für Verwaltung und Finanzen vorlegten. Demnach leben zurzeit 126 Geflüchtete in Neuenburg, 91 Erwachsene und 35 Kinder und Jugendliche. Sechs Kinder werden in einer Krippe betreut, jeweils sieben gehen in den Kindergarten und die Grundschule, drei in die Werkrealschule, eins in die Realschule und vier in die Berufsschulklasse. Fünf sind für die Kita oder den Kindergarten vorgemerkt.
Nachdem die Zahlen der Zuweisungen vom Landkreis zurückgegangen sind – aktuell gibt es für 2019 noch keine Aufnahmeverpflichtung – hat die Stadt jetzt die beiden Häuser der Gemeinschaftsunterkunft in der Robert-Koch-Straße vom Landkreis übernommen. Die Container-Wohneinheiten hinter der Gemeinschaftsunterkunft werden abgebaut. In eins der Häuser zieht im Erdgeschoss das Büro des Flüchtlingssozialdienstes der Caritas ein, das sich bisher in der Metzgerstraße befand. Die aus dem „Pakt für Integration“ für vier Jahre finanzierte Zusammenarbeit mit der Caritas und ihren beiden Integrationsmanagern Renate Weigend und Norbert Baum läuft zum Jahresende 2019 aus. Weitere Räume werden als Lern- und Büroräume genutzt. Zudem besteht die Möglichkeit, bei Bedarf in diesen beiden Häusern noch bis zu 36 Personen unterzubringen, wenn die Zimmer doppelt belegt werden. Mit diesen Raunreserven habe die Stadt auch die Möglichkeit, Menschen, denen Obdachlosigkeit droht eine Unterkunft zu bieten, erklärte Bürgermeister Joachim Schuster. Von den geflüchteten Erwachsenen, die jetzt nach dem Auszug aus der Gemeinschaftsunterkunft in Neuenburg am Rhein leben, seien bereits viele in einem Arbeitsverhältnis oder bemühten sich, Arbeit zu finden, berichtete Riesterer. Die dezentrale Unterbringung teils auch in privaten Mietverhältnissen habe sich bewährt.
Seit Juli 2017 hat die Stadtverwaltung mit Dr. Andrea Kühne für drei Jahre eine halbe Stelle für eine Integrationsbeauftragte geschaffen, für die die L-Bank einen Zuschuss von 52.000 Euro gewährt hat. Kühne kümmert sich um alle Integrationsangelegenheiten mit besonderem Augenmerk auf das Zusammenleben aller Bevölkerungsgruppen in Neuenburg am Rhein. Dazu gehört auch die Arbeit im Projekt „Gemeinsam in Vielfalt“, das im kommenden Jahr seine vierte Auflage erhält. Die jeweils mit 15.000 Euro geförderten Projekteinheiten haben bisher ein stabiles und ständig wachsendes Netzwerk geschaffen, in dem Aktivitäten angesiedelt sind, die dem Zusammenleben in Neuenburg am Rhein dienen. So wurde aktuell das Gelände um das Wohnhaus Zähringerstraße 15 mit einer gemeinschaftlichen Pflanzaktion verschönert. Am 24. Mai soll es ein Nachbarschaftsfest geben mit verschiedenen Aktionen zu Themen wie Mülltrennung und Energiesparen. Dann soll auch das hölzerne Baumsitzpodest eingeweiht werden. Eine Schülergruppe des Kreisgymnasiums arbeitet derzeit an einem Video mit dem Titel „Zusammenleben in Neuenburg am Rhein“. Hier unterstützte das Projekt die Anschaffung einer Kamera. Noch bis Ende 2019 läuft das Projekt „Zusammenleben in Neuenburg am Rhein“, das vom Land mit 40.000 Euro bezuschusst wurde. Hier war Neuenburg am Rhein eine von 23 Gemeinden, die nach einer aussagekräftigen Bewerbung den Zuschlag erhalten hatten. Ziele sind eine nachhaltige Integrationsstrategie und ein Konzept für das Zusammenleben aller Bevölkerungsgruppen. Auch hier hat sich viel getan: die erste Zukunftswerkstatt, die von einer Begleitgruppe vorbereitet worden war, fand am 24. November 2018 statt, am 15. März sichtete und strukturierte man in einem Workshop mit Bürgerbeteiligung die Ergebnisse der Zukunftswerkstatt. Ein weiterer Workshop ist für den 29. Mai geplant. Nach zwei weiteren Treffen der Begleitgruppen werden die Ergebnisse im Oktober dem Gemeinderat vorgestellt und am 27. November der Öffentlichkeit bei einer Abschlussveranstaltung präsentiert. Begleitet und moderiert wurde dieser Baustein für Integration und Zusammenleben von zwei Mitgliedern der Führungsakademie Baden-Württemberg. Insgesamt habe sich die Qualität der Betreuung für geflüchtete Menschen geändert, stellte Bürgermeister Schuster am Ende fest. Während in der Anfangsphase sehr viel Hilfe bei grundlegenden existenziellen Fragen benötigt wurde, sei man jetzt dabei, die Menschen, die schon länger in der Stadt leben in ihrer Selbstständigkeit zu unterstützen.