„Der Elektromobilität zum Durchbruch verhelfen“

Zu einer erfolgreichen Energiewende gehört zwingend eine „Mobilitätswende“. Unter diesem Motto haben sich die drei Städte Bad Krozingen, Heitersheim und Neuenburg am Rhein zusammengetan und wollen grenzüberschreitend die Elektromobilität vorantreiben.
Dies soll bedarfsorientiert, effizient und wirtschaftlich geschehen. Partner dabei ist badenova. Der regionale Energie- und Umweltdienstleister wurde mit der Erstellung eines interkommunalen Elektromobilitätskonzepts beauftragt, dessen Maßnahmenvorschläge nun vorliegen. Das Konzept, das am 3. Juni im Rahmen eines Pressegesprächs vorgestellt wurde, wird im Rahmen der Förderrichtlinie Elektromobilität des BMVI zu 80 Prozent bezuschusst.
 

Über Elektromobilität wird in der Öffentlichkeit viel diskutiert. Doch wenn die Klimaziele der Bundesregierung (die Klimaneutralität im Verkehr bis 2050) erreicht werden sollen, müssen viele Möglichkeiten ausgeschöpft werden. Elektromobilität ist ein Baustein der Mobilitätswende, bei dem die Kommunen einen wichtigen Beitrag leisten können. „Das Elektromobilitätskonzept bietet die Chance, Potenziale für E-Mobilität in unseren Kommunen aufzuzeigen“, so Volker Kieber, Bürgermeister von Bad Krozingen. Gemeinsam mit den Nachbarkommunen Heitersheim und Neuenburg am Rhein soll Elektromobilität stärker in die öffentliche Wahrnehmung verankert werden. Akteure, die die Mobilitätswende lokal einleiten wollen, sollen größtmöglich unterstützt werden. Ziel ist es laut Volker Kieber die hohe Lebensqualität für die Bürger und die Attraktivität der Region als Wohn-, Arbeits- und Tourismusstandort auch in Zukunft zu gewährleisten. Joachim Schuster, Bürgermeister von Neuenburg am Rhein, ergänzt: „Elektromobilität ist ein Querschnittsthema, das ämterübergreifende Abstimmungsprozesse erfordert. Hierbei können wir als Stadt verschiedene Rollen einnehmen. Wir sind zugleich Gestalter, Genehmigungsbehörde und Multiplikator. Dieser Rolle wollen wir gerecht werden und die Elektromobilität regional vorantreiben.“ „Mit dem interkommunalen Elektromobilitätskonzept haben wir einen strategischen Handlungsleitfaden für Elektromobilitätsmaßnahmen geschaffen und können durch die Zusammenarbeit der Städte Bad Krozingen, Heitersheim und Neuenburg am Rhein Synergien nutzen und eine größere Signalwirkung an die Region senden.“, so die Auffassung von Martin Löffler. Bürgermeister von Heitersheim.
 
Das von badenova erstellte Konzept ist im engen Austausch mit den Stadtverwaltungen sowie lokalen Akteuren entstanden. Geplant ist in den drei Städten der Aufbau einer öffentlichen Ladeinfrastruktur. Geeignete Standorte für 22 kW-Ladesäulen, die einen „Points of Interest“ darstellen, sind identifiziert. Auch eine Bedarfsabschätzung bis 2030 enthält das badenova-Konzept. Da die überwiegende Mehrheit der Ladevorgänge zu Hause oder am Arbeitsplatz stattfindet, soll in den Kommunen der Ausbau der privaten Ladeinfrastruktur mit Wallboxen aktiv vorangetrieben und gefördert werden. Bürger bekommen Unterstützung darin, wie sie das Thema angehen können, was eine private Wandladestation kostet und welche Förderungen es gibt. Daneben wird das Thema Laden beim Arbeitgeber, d.h. bei Unternehmen in Bad Krozingen, Heitersheim und Neuenburg am Rhein, weiterentwickelt: Eine Umfrage unter den Unternehmen ergab eine große Bereitschaft zum Einstieg in E-Mobilität sowie den Wunsch nach einer fundierten individuellen Beratung. Neben schriftlichen Faktenblättern, die Anleitungen bieten sollen, findet in Kürze eine Info-Veranstaltung gezielt für Gewerbe & Industrie statt. Umsteigewillige Betriebe können von steigenden Fördersummen für PKW und Ladesäulen profitieren. Wie E-Mobilität in Neubau- und Sanierungsgebieten installiert werden soll, ist ebenfalls ein Schwerpunkt im Maßnahmenpaket. Hierbei geht es um die zukunftssichere Planung von Bauvorhaben unter Berücksichtigung der E-Mobilität. Ziel ist es, Synergien zu nutzen und unnötige Tiefbauarbeiten zu vermeiden. Auch hier sind Infoschreiben für Bauherren und Investoren ein wichtiger Bestandteil in der Kommunikation. Die städtischen Fuhrparks in Bad Krozingen, Heitersheim und Neuenburg am Rhein wurden auch im Rahmen des badenova-Konzepts untersucht. Bad Krozingen besitzt bereits zwei Renault Zoes, die sich seit 2018 steigender Beliebtheit erfreuen.