Dauerhaft für den Klimaschutz engagiert

Neuenburg am Rhein erhält zum dritten Mal die Silbermedaille des European Energy AwardDer Hattrick ist geschafft: Zum dritten Mal wurde die Stadt Neuenburg am Rhein mit der Silbermedaille des European Energy Award (eea) ausgezeichnet.

Zum dritten Mal wurde Neuenburg am Rhein mit der Silbermedaille des European Energy Award ausgezeichnet. Bei der Übergabe des Zertifikats: v.l. Landesumweltminister Franz Untersteller, Fachbereichsleiter Peter Müller, Teamleiterin Sibylle Maas und
Geschäftsführer KEA Dr. Volker Kienzlen

Der eea ist ein europäisches Gütezertifikat das Gemeinden erhalten, wenn sie nachhaltig und mit einem langfristigen Konzept an der Verbesserung ihrer Klimabilanz arbeiten, was vor allem die Emission des Treibhausgases CO<sub>2</sub> betrifft. Die Preisverleihung fand am 13. Februar in Schwäbisch Hall statt. Landesumweltminister Franz Untersteller zeichnete mit dem Prädikat insgesamt drei Landkreise, sieben Städte und sieben Gemeinden aus. „Der Klimawandel ist eine Klimakrise geworden – und wir müssen alles daransetzen, dass daraus keine Klimakatastrophe wird“, betonte Untersteller im Rahmen der Preisverleihung. Dabei würdigte er die teilnehmenden Kommunen, die sich der Bedeutung des Klimawandels bewusst seien und für die Abwarten keine Option mehr sei.Neuenburg am Rhein ist nach wie vor die einzige Kommune im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald, die am eea teilnimmt. Und das schon seit 2007.  Mit langem Atem Bei der Teilnahme am eea brauchen die Kommunen einen langen Atem. Den hat Neuenburg am Rhein jetzt einmal mehr bewiesen: Das 1997 formulierte Kyoto-Protokoll habe den ersten Ausschlag gegeben, systematisch an einer Verbesserung der städtischen Klimabilanz zu arbeiten, erinnerte Bürgermeister Joachim Schuster, als er dem Gemeinderat im vergangenen Dezember die Bewerbung um eine dritte Runde vorschlug. 2008 hatte die Stadt das erste Arbeitsprogramm dazu aufgelegt. 2009 beschloss der Gemeinderat ein entsprechendes Leitbild. Über 60 große und kleinere Maßnahmen sind seither umgesetzt worden. Dazu gehört eine systematische Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik. Bei über 80 Prozent der städtischen Gebäude und Liegenschaften wurden inzwischen die Gebäudesubstanz und Haustechnik dokumentiert und die jeweiligen Einsparpotenziale ermittelt, die nun konsequent umgesetzt werden. Das spart dem kommunalen Haushalt auch Energiekosten. Ein Punktesystem gibt verlässlich die Effektivität der Klimapolitik der jeweiligen Kommune an, was auch bedeutet, dass die Messlatte jedes Jahr höher liegt.  Aktuelle Maßnahmen In den beiden zurückliegenden Jahren lag der Schwerpunkt der Anstrengungen auf dem Ausbau eines Nahwärmenetzes, das mit Wärme aus der 2018 erneuerten Holzhackschnitzelanlage im Schulzentrum gespeist wird. Der Rohstoff für die Anlage wird ausschließlich aus den Durchforstungen des gemeindeeigenen Rheinwalds gewonnen, was weite Wege der Anlieferung erspart und so Ressourcen schont. In den nächsten Jahren ist geplant, weitere Gebäude an das Netz anzuschließen. Dafür geeignet ist das ehemalige Cusenier-Areal, in dem 51 Wohneinheiten entstehen sollen, sowie ein angrenzender Neubau mit 18 Wohneinheiten.  Nahezu abgeschlossen ist der Bau einer Mobilitätsstation am Rathaus, wo E-Bikes ausgeliehen werden und private E-Bikes mit Strom aufgeladen werden können. Hierfür ist ein Bereich mit abschließbaren Fächern vorgesehen. Außerdem wird an der Mobilitätsstation eine öffentliche Toilettenanlage installiert. Darüber hinaus hat sich die Stadt Neuenburg am Rhein mit den benachbarten Städten Heitersheim und Bad Krozingen zusammengeschlossen, um ein Nahmobilitätskonzept zu entwickeln. Man wolle sich dem neuen Aufgabenkatalog in den nächsten Jahren weiter mit Fleiß und Elan widmen, heißt es in einer Erklärung der Verwaltung. Beim Kampf gegen die Erderwärmung zähle jede einzelne Maßnahme.