Grüner Wald und Sonnenstrom

Auf der ehemaligen Kreismülldeponie entsteht eine PV-Anlage mit Solarmodulen Auf der ehemaligen Kreismülldeponie bei Neuenburg am Rhein soll eine 1,6 Hektar große Photovoltaik-Anlage mit 2379 Modulen zur Gewinnung von Solarstrom gebaut werden. Der Gemeinderat machte in seiner jüngsten Sitzung mit zwei Entscheidungen den Weg für das Projekt frei.

Quelle: Abfallwirtschaft Breisgau-Hochschwarzwald, 2016

Zum einen wurde die Änderung des Flächennutzungsplanes eingeleitet, zum anderen die geänderte Abgrenzung des Bebauungsplanes „Solar-Strom-Park“ und für beide Verfahren die frühzeitige Beteiligung beschlossen. Beide Schritte sind erforderlich, um die bauplanungsrechtlichen Voraussetzungen zu schaffen und die Möglichkeit der Förderung für den erzeugten Strom zu erhalten. Die Änderung des Flächennutzungsplanes sieht vor, dass alle Flächen auf dem ehemaligen Deponiekörper außer der Fläche für die Solarmodule als Wald ausgewiesen werden. Zulässig sind laut Bebauungsplan die Photovoltaik-Anlage, die erforderlichen Nebenanlagen und Wege, außerdem ein kleines Besucherzentrum. Hier habe man das Besucherzentrum auf der ehemaligen Deponie Eichelbuck bei Freiburg als Vorbild, erklärte Bürgermeister Joachim Schuster. Unterhalt und Betrieb des Besucherzentrums könnten aus den Einnahmen des Stromverkaufs finanziert werden. Partner für das Projekt sind der Landkreis und die Badenova. Der Standort auf der ehemaligen Deponie eigne sich ideal für eine derartige Anlage, da auch keine landwirtschaftlichen Flächen oder potenzielles künftiges Bauland für die Errichtung der Anlage in Anspruch genommen werden müssen, erklärte Jürgen Schill vom Büro fsp Stadtplanung, das die beiden Planwerke erstellt hatte.Voraussetzung für den Bau der Anlage ist eine eingeebnete Fläche 55 mal 320 Metern auf dem Scheitel des südlichen Deponiekörpers. Die Aufstellung eines Bebauungsplanes sei erforderlich, weil das Gebiet im Außenbereich liegt und Freiflächenanlagen mit Photovoltaik nicht als privilegierte Vorhaben gelten. Das Projekt ist ein weiterer Beitrag Neuenburgs zum Schutz von Ressourcen und Klima. Eine „grüne“ Nachnutzung der Deponie ist schon seit längerem Bestandteil des Masterplans „Neuenburg am Rhein 2025“ und wird jetzt schrittweise mit der aktuellen Planung konkretisiert.