Langsamer Weg zum schnellen Internet

Neuenburg am Rhein befürwortet Ausbaukonzept des Zweckverbandes Breitband breisgau-Hochschwarzwald

Im Dezember 2017 wurde der Zweckverband „Breitband Breisgau-Hochschwarzwald“ gegründet. Seine Aufgabe: die Breitbandversorgung im Verbandsgebiet zu sichern, zu verbessern und zu fördern. Neuenburg am Rhein ist eine der über 40 Mitgliedskommunen, die dem Zweckverband beigetreten sind, um für Gemarkungsteilen, die vom freien Markt ungenügend versorgt sind, eine ausreichende Breitbandversorgung zur Verfügung zu stellen.

Kernstück der Agenda des Zweckverbandes ist ein flächendeckendes so genanntes Backbone-Netz, das Glasfaseranschlüsse bis in die Verteilerkästen auf der jeweiligen Gemarkung bereithält. Über den Ausbau dieser Netze entscheidet dann die Kommune jeweils selbst. Der Gemeinderat befürwortete nun in seiner jüngsten Sitzung das vom Zweckverband erarbeitete Ausbaukonzept und beauftragte den Vertreter der Gemeinde in der Verbandsversammlung, diesem Konzept zuzustimmen. Danach können die entsprechenden Förderanträge gestellt werden und die schrittweise Umsetzung des Ausbaus des Backbone-Netzes beginnen. Die Ausschreibung für den Betrieb des Netzes ist bereits abgeschlossen. Um die Arbeit des Zweckverbandes zu optimieren und zu koordinieren wurde vom Landkreis mit Alexander Schmid ein Breitband-Beauftragter als Geschäftsführer des Zweckverbandes eingestellt. Schmid hatte dem Ausschuss für Verwaltung und Finanzen am 12. Oktober den Inhalt des nun zur Abstimmung stehenden Konzepts ausführlich erläutert und einhellige Zustimmung erhalten.  Großer Bedarf für ein schnelleres Internet besteht auf Neuenburger Gemarkung vor allem in Grißheim, wo die Übertragungsraten beim Download stellenweise unter dem EU-Richtwert von 30 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) liegen.In der Ratssitzung machte Bürgermeister Joachim Schuster klar, dass weder die Kommune, noch der  Zweckverband am Vertrieb beteiligt sein werden: „Wir verkaufen keine Mbits“, stellte er fest. Die öffentliche Hand kümmere sich auf diesem Wege lediglich um die Verbesserung der Netzstruktur dort, wo der freie Markt versagt hat. Wie viel Leistung bei der Datenübertragung dann erreicht werde, müssten die Kunden mit dem Netzbetreiber über die jeweils angebotenen Tarife vereinbaren. Der Ausbau des Glasfasernetzes im Landkreis wird seine Zeit dauern. „Wir wollen schauen, dass wir das in den nächsten Jahren hinbekommen. Aber das braucht einen langen Atem“, sagte Schuster. Firmen und Dienstleister auf der Gemarkung, die auf eine schnelle Übertragung von großen Datenmengen angewiesen sind, hätten bereits individuelle Lösungen gefunden.