Sachstandsbericht Schulen

Einen Überblick über die aktuelle Lage an den Schulen gaben die Schulleiter der Neuenburger Schulen Thomas Vielhauer (Mathias-von-Neuenburg-Schule), Alexandra Hoffmann (Rheinschule) und Rainer Kügele (Kreisgymnasium Neuenburg) dem Gemeinderat.

Stapel Zeitungen

Mathias-von-Neuenburg-Schule:
Thomas Vielhauer, der die Mathias-von-Neuenburg-Schule als Schulverbund von Realschule und Werkrealschule leitet, machte den Anfang mit einem Rückblick auf die Entwicklungen der vergangenen Monate.

Thema Digitalisierung: Gleich mehrere Fördertöpfe habe man in diesem Bereich genutzt, freut sich der Schulleiter. Die Klassenzimmer wurden ausgestattet mit internetfähigen Bildschirmen statt der traditionellen Tafeln. Mit weiteren Mitteln wurden Tabletcomputer (I-Pads) angeschafft, die in der Schule genutzt werden sollen, bisher vor allem im Lockdown zum Einsatz kamen, als Ausstattung für Kinder, die kein eigenes Gerät haben. Alle Lehrer verfügen mittlerweile über Dienstlaptops, wenn sie das wollen. Vielhauer erwähnte auch, wo angesichts der zunehmenden Ausstattung mit digitalen Geräten vom Schulträger – der Stadt Neuenburg am Rhein – weiter investiert werden müsse: In höhere Serverleistungen, in „Aufrüstung“ bei der Hardware und nicht zuletzt in eine IT-Fachperson, die sich um Wartung und Unterhalt der bestehenden Systeme kümmert, dies auch mit Blick auf die digitale Weiterentwicklung in Grundschulen und Kindergärten.

Thema Corona: Im Rückblick auf den langen Lockdown, von dem die Schüler der Sekundarschulen besonders betroffen waren, hat sich das Modell der Mathias-von-Neuenburg-Schule in Vielhauers Augen bewährt: Schüler, die zuhause den Anschluss zu verlieren drohten, konnten dabei auf persönliche Betreuung durch Lehrer an der Schule zurückgreifen, während gleichzeitig der Fernunterricht weitergeführt wurde. Drei Mal in der Woche werden Selbsttests begleitet von den Schulsanitätern parallel zum Unterricht durchgeführt, so dass möglichst wenig Unterrichtszeit verloren geht.

Thema Baumaßnahmen: An der Mathias-von-Neuenburg-Schule finden zur Zeit Umbaumaßnahmen statt, um die Räume für die naturwissenschaftlichen Fächer auf den neuesten Stand zu bringen. Ein rundum positiver Effekt für das ganze Schulzentrum: Die neuen Räume an der Realschule können von der Werkrealschule mitgenutzt werden. Ein großes Lob kam von Rektor Vielhauer für die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Neuenburg am Rhein und den regelmäßigen Austausch.

Rheinschule:
Alexandra Hoffmann, die seit einem Jahr die Rheinschule mit ihren Außenstellen in Steinenstadt und Zienken und Grißheim leitet, war sehr zufrieden mit den Voraussetzungen, die sie hier angetroffen hat: Eine gut aufgestellte Schule, tolle Kollegen, Schüler und Betreuungsmöglichkeiten. Doch aufgrund der steigenden Betreuungszeiten und neuer pädagogischer Konzepte werden aus ihrer Sicht auch an der Rheinschule die Räume knapp. Die insgesamt 13 Klassen seien mit bis zu 27 Schülern relativ groß, könnten aber in den Lernzeiten teilweise geteilt werden. Die Nachfrage nach Betreuung am Nachmittag nimmt zu: Etwa ein Drittel der Schüler – über alle Jahrgangsstufen gemittelt – nimmt den Ganztag in Anspruch, je ein weiteres Drittel nutzt die Betreuung nur zum Teil oder gar nicht. Zusätzlich würde sich die Schulleiterin folgende Räume wünschen: ein Büro für die Sozialarbeiterin, weitere Klassenzimmer, Differenzierungsräume, ein größeres Lehrerzimmer mit Arbeitsplätzen für das 25-köpfige Kollegium in Neuenburg sowie ein Ruheraum für Kinder, die sich im Ganztagsschulbetrieb einmal zurückziehen wollen.

Eines nimmt Hoffmann als besonders positiv wahr: Dass an der Rheinschule die Kinder von der ersten Klasse an und während der gesamten Grundschulzeit von der gleichen Person betreut werden. Doch sie benennt auch Herausforderungen in Bezug auf die pädagogische Arbeit: ein hoher Bedarf an Schulsozialarbeit und ein steigender Anteil von Kindern mit einer psychiatrischen Diagnose. 150 Kinder an der Schule haben eine andere Muttersprache als Deutsch, 28 Nationen sind vertreten. Mit zwei integrativen Vorbereitungsklassen werden Sprachprobleme frühzeitig angegangen. Die Digitalisierung geht laut Hofmann an den Grundschulen langsamer voran als an den weiterführenden Schulen, digitale Tafeln sind zwar bestellt und Tabletsätze vorhanden, es fehle aber noch an der nötigen Einarbeitung und Fachkenntnis. Auch sie würde sich hier Unterstützung durch den Schulträger wünschen. Corona-Tests werden an der Rheinschule von den Eltern zuhause durchgeführt und das Ergebnis der Schule mitgeteilt, so gehe keine Unterrichtszeit verloren, so die Rektorin.

Kreisgymnasium:
Mit 530 Schülern ist das Kreisgymnasium Neuenburg immer noch das kleinste Gymnasium im Landkreis, was laut Schulleiter Rainer Kügele zu der besonderen Atmosphäre an der Schule beiträgt. Mit seinem Sport-Profil und dem breiten AG-Angebot, um möglichst viele Talente der Schüler fördern zu können, zieht das Kreisgymnasium Schüler weit über die Grenzen der Stadt Neuenburg am Rhein hinaus an. Fast fünfzig Prozent der Schüler kommen von außerhalb, vor allem aus Bad Bellingen, Schliengen, Auggen, aber auch aus Buggingen oder Müllheim.

Digitale Tafeln gebe es im Kreisgymnasium erst zwei, räumte der Schulleiter ein, dafür aber IT-Fachleute des Landkreises, welche die Schule bei der Pflege des schulischen Netzwerks und bei der Wartung der mobilen Endgeräte unterstützen. Auch wenn man schnell während des Lockdowns Fernunterricht auf die Beine habe stellen können, lägen Schüler insbesondere in den Kernfächern noch unter dem Niveau anderer Jahre, hat der Schulleiter festgestellt. Mit dem landesweiten Programm „Rückenwind“, aber auch durch eigene Anstrengungen und die außerplanmäßige Öffnung der Schule für Förderunterricht am Samstag sollen diese Rückstände nach und nach aufgearbeitet werden. Eine Nachhilfelehrerin für das Fach Französisch wird noch dringend gesucht.

Das Kreisgymnasium schlägt Brücken in die Stadt durch eine Vielzahl öffentlicher Veranstaltungen, einem Adventsmarkt, durch die Kooperation mit der Musikschule Markgräflerland bei der Ensemblearbeit und nicht zuletzt durch das besondere Talkshow-Format „Nachgefragt“, bei dem als nächstes Andreas Stoch, Landes- und Fraktionsvorsitzender der SPD in Baden-Württemberg, und Johannes Vetter, deutscher Rekordhalter im Speerwerfen, sich den Fragen der Schülerinnen und Schüler stellen werden.