„Geschichte der Menschheit beginnt in einem Garten“

Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch informiert sich in Neuenburg am Rhein über den Sachstand zur LandesgartenschauDie Landesgartenschau in Neuenburg nimmt Form an: Bei einem Besuch informierte sich Friedlinde Gurr-Hirsch, Staatssekretärin im dafür zuständigen Ministerium für ländlichen Raum und Verbraucherschutz über den aktuellen Stand von Planungen und ersten Baumaßnahmen.

<justify>Friedlinde Gurr-Hirsch trägt sich in Goldene Buch der Stadt Neuenburg ein. Hinter ihr v.l. Bürgermeister Joachim Schuster, LGS-Geschäftsführerin Andrea Leisinger, bwgrün-Geschäftsführer Tobias de Haën und CDU-Landtagsabgeordneter Dr. Patrick Rapp</justify>

Neuenburg am Rhein sei die bisher kleinste Stadt, die eine Landesgartenschau bekommen habe, stellte die Politikerin fest. Aber es habe auch noch nie eine Gartenschau gegeben, in der drei Länder thematisch eine Rolle spielten. Darüber hinaus sei der lange Vorlauf der Planungen ein großer Vorteil, weil so die für die Gartenschau notwendigen Maßnahmen viele Jahre lang in den politischen Entscheidungen mitgedacht werden konnten. Dass es durch die Ausgleichsmaßnahmen des Integrierten Rheinprogramms (IRP) am Flussufer bereits fertige Passagen gebe sei ein weiterer Pluspunkt. Bekanntlich ist das Naherholungsgebiet an der ehemaligen Panzerplatte mit Zugang zum Fluss, Spazierwegen, Aussichtsplattform und Amphitheater durch ein Bündel von Ausgleichsmaßnahmen zustande gekommen, die die Eingriffe des IRP entlang des Flusses kompensieren sollen und vom Land finanziert wurden. Wasser spiele bei den Gartenschauen immer eine Rolle, bei Neuenburg am Rhein ist es der Rhein als großer europäischer Fluss. Aber auch der Wuhrlochteich sei ein Geschenk der Natur, lobte Gurr-Hirsch. In den Rheingärten können „uralte gärtnerische Aktivitäten“ gezeigt werden in den Themenbereichen Kleingärten und Streuobstwiesen. Hier sei auch Platz dafür, Kindern das Gärtnern nahezubringen, meinte die Politikerin. Und hier lasse sich auch Verbraucherbewusstsein schaffen. „Wenn wir die Bibel nehmen, beginnt die Geschichte der Menschheit in einem Garten“, stellte Gurr-Hirsch fest. Man könne mit einer Landesgartenschau aber auch weitere Themen sichtbar machen, merkte sie an. Gerade im Hinblick auf die geografische Lage der Stadt bieten sich Interreg-Themen und auch Themen der Wissenschaft an. Denkbar seien Versammlungen und Kongresse, die man während der Gartenschau-Phase aus ganz Deutschland nach Neuenburg am Rhein holen könne. Dass die Stadt Neuenburg zahlreiche große innerstädtische Infrastrukturprojekte an die Gartenschau geknüpft hat, war ihr ein weiteres Lob wert. „Das sind ganz große Nummern“, kommentierte sie die Vorbereitungen zur Umgestaltung der Schlüsselstraße, zum Bau des Parkhauses und der Verbesserung der Verbindungen zum Rhein, wo derzeit die Autobahnunterführung der Vogesenstraße erweitert und vertieft wird. Der CDU-Landtagsabgeordnete Patrick Rapp begleitete Gurr-Hirsch als Sprecher der CDU-Landtagsfraktion für die Themen Tourismus, Naturschutz und Forst. Er lobte das Konzept der Gartenschau, in dem sich auch gesellschaftsrelevante Themen bespielen lassen. Die Daueranlage, die auch nach der Gartenschau-Phase erhalten bleibt, sei ein wichtiges Infrastrukturelement. Von der Förderungsgesellschaft für die baden-württembergischen Landesgartenschauen mbH „bwgrün“ begleitete Geschäftsführer Tobias de Haën die Staatssekretärin. Jede Landesgartenschau entwickle sich individuell, sagte er. Eine besondere Stärke der baden-württembergischen Landesgartenschauen sei das starke bürgerschaftliche Engagement bei der Ausgestaltung des Angebots. Gemeinsam hätten die Gartenschau-Städte derzeit die Themen Mobilität, Kinder, Natur und Nachhaltigkeit. Bevor sich Gerlinde Gurr-Hirsch in Goldene Buch der Stadt eintrug, appellierte Bürgermeister Joachim Schuster über sie noch einmal an das Ministerium, für die Kosten der Beseitigung von Kampfmitteln aus dem Zweiten Weltkrieg eine verträglichere Lösung zu finden, als diese aus dem Gartenschau Etat abzuzweigen. Dafür, dass das gesamte Gelände bis in mehrere Meter Tiefe untersucht werden und dabei etliches an gefährlichen Überresten durch Fachfirmen entsorgt werden musste, wurden bisher fast zwei Millionen Euro aufgewendet. „Wir sind hier ja nicht die Verursacher“, betonte Schuster.