Buntes närrisches Treiben im Stadthaus

Seniorenfasnacht mit tollem Programm / Viele Ehrenamtliche im Einsatz

Im fasnächtlich geschmückten Stadthaus steppte der Bär: Eine beachtlich große Gruppe von Ehrenamtlichen um „Frau Frosch“ Daniela Saurer und die städtische Inklusionsvermittlerin Esther Hagenow hatte für die Senioren einen närrischen Nachmittag ausgerichtet, bei dem es an nichts fehlte.

Auch das Publikum hatte sich fasnächtlich herausgeputzt.

Etwa 150 jung gebliebene Seniorinnen und Senioren hatten sich eingefunden, mit viel Geschmack und Kreativität fasnächtlich herausgeputzt, so dass es auch im Publikum allerhand zu gucken gab. Das freute auch die Mitglieder des Altenwerks um Ulla Arweiler, die diesen bunten Nachmittag all die Jahre vorher inszeniert und zu einem festen Bestandteil der Neuenburger Fasnacht gemacht hatten. Die Stadt hatte einen kostenlosen Busdienst aus den Ortsteilen eingerichtet und den Kaffee und die Berliner spendiert. Etliche Mitarbeiterinnen aus der Verwaltung engagierten sich im Service, das Büffet mit den gespendeten selbstgebackenen Kuchen und Torten war die reine Augenweide. Viele Gönner und Sponsoren hatten Geld- und Sachspenden beigesteuert, so dass auch eine beachtlich große Tombola zusammengekommen war. Die Lose für einen Euro gingen weg, wie geschnitten Brot. Was zur Fasnachtszeit an seltsamen Figuren durch Neuenburg zieht, konnte man beim Einmarsch der Narren bewundern, die unter den flotten Klängen der „Markgräfler Spätlese“ in den Saal einzogen und sich auf der Bühne zu einem herrlichen Gruppenbild aufstellten. Wuhrlochfrösche, Rhiischnooge, allerlei Hexen, Rhiiwaldstorzä, Zigiiner und Altstadtglunki – die Farbenpracht war nicht mehr zu überbieten. Als Moderatorin führte mit Pep und Autorität Sibylle aus Grißheim durchs Programm: „Löhn euch astecke vo dene verruckte Lüt! Handys uss, Hörgeräte aa, Zähn‘ un Brille sitze“, und schon stampften die Gardemädchen in den Saal. Zuerst präsentierten sich die Kleinen aus der Rhiischnooge-Garde in Grün und Weiß mit einer flotten Choreographie, dann kamen die größeren Mädchen der Zunftgarde mit ihren schmucken Federhütchen. Eine Abordnung der Klosterkopfhexen hatte sich in Trachtenkostüme geworfen und zeigte einen hübschen Tanz, dann mischten die „Zigeunerkinder“ als kleine Rocker das Programm auf. Eindrucksvoll, was hier an jungen Fasnachtsleuten heranwächst! Die Fasnächtlerinnen von „FFP“ (Frauen Freizeit Pur) inszenierten eine tolle Choreografie in schwarz-weiß, einen der Programmpunkte ihrer eigenen legendären Frauenfasnacht. Der Trick mit dem Aufstehen funktionierte, so dass sich fast alle zur Polonaise einreihten. Zu diesem Programmpunkt hatte Moderatorin Sibylle noch ein paar andere Tricks parat, so dass am Ende die Polonaise als aufgerollte Schlange in ein lustiges Gedränge ausartete. Nicht fehlen darf an der Seniorenfasnacht der Auftritt von Ruth, die mit ihrem hessischen Zungenschlag das „Heile Gänschen“ sang. Der ganze Saal stimmte in den Refrain ein: „Heile, heile Mausespeck, in hundert Johr isch alles weg“. Katrin Pauer und Maren Müller führten in ihrem Sketch vor, was es heißt, wenn einen das Hirn mit tausend Einwänden nachts um drei vom Schlafen abhält. Die Zigeunermänner, jedes Mal an der Seniorenfasnacht mit Spannung erwartet, hatten sich dieses Mal mit schwarzen Hosen und Boleros und weißen Hemden in umwerfende Latinos verwandelt. Auf ihren Köpfen thronten wagenradgroße Sombreros. „Oooh!“, seufzten die Damen im Saal wonnig. Die beiden „Wuhrlöcher“ Peter Steinbeck und Hans Baumer berichteten singend zur Klampfe und in launigen Dialogen von ihren Erlebnissen als Rentner Hausmeister in der Heliosklinik. Herzzerreißend und zwerchfellerschütternd der Song „Männerschnupfe“! Mitmachen war auch am Ende angesagt, als die FFP-Frauen in knallbunten Overalls zusammen mit der „Markgräfler Spätlese“ eine ausgiebige Schunkelrunde anzettelten. Die Lieder, allesamt bekannt, wurden aus vollen Hälsen mitgesungen, egal, ob es um das Fischlein im Vater Rhein ging oder um die Braut namens Marianne, die zur Hochzeitsreise unbedingt nach Hawaii will, wo es dort doch gar kein Bier gibt.