Der langbeinige Frühlingsbote

Seit einigen Tagen ist das Storchennest auf der evangelischen Erlöserkirche, auf dem Glockenturm vor der Trauerhalle in Neuenburg am Rhein und auf der St. Barbara Kirche in Steinenstadt, sowie auf dem Rathaus in Zienken wieder mit Weißstörchen besetzt. Auch heute wo uns das Sprichwort vom Klapperstorch reichlich altmodisch vorkommt, freuen wir uns über den Anblick der schönen großen Vögel.

Störche sind sogenannte Kulturfolger, d.h. sie haben sich an menschliche Einrichtungen wie beispielsweise an Gebäude angepasst, auf denen sie gerne ihre Nester bauen. Noch bis in den Siebzigerjahren sind Störche bei uns selten geworden bzw. fast ausgestorben.
Durch die landesweite Umsetzung von Biotopvernetzungen, sowie das Unter- schutzstellen von Wiesenflächen worauf die Störche ein Teil ihrer Nahrung finden, hat sich das Vorkommen von Weißstörchen wieder vergrößert und stabilisiert.
 
Nachdem sie oftmals über 10.000 km aus ihrem Winterquartier zu uns geflogen sind, bessern sie erst ihr Nest aus und beginnen meistens Mitte März bis Mitte April mit ihrem Brutgeschäft. Je nach Nahrungsangebot legt das Weibchen drei bis sechs Eier, welches das Storchenpaar gemeinsam ausbrütet. Nach 33 Tagen schlüpfen dann die Storchenkinder. In den ersten drei Wochen nach dem Ausschlüpfen bleiben die Jungen nie ohne elterliche Aufsicht. Die Eltern gehen abwechselnd auf Futtersuche. Ungefähr zwei Monate lang schaffen die Storcheneltern Nahrung herbei. Sie verschlucken die Beute (Mäuse, Käfer, Würmer, Eidechsen, Frösche, usw.) und würgen sie im Nest unzerkleinert wieder aus. Die Störchlein picken die Nahrung vom Nestboden. Nach zwei Monaten Fütterung durch die Altstörche können die Jungstörche nach fleißigem Üben, in dem sie im Nest mit den Flügeln kräftig schlagen, aus dem Nest ausfliegen. Danach werden sie noch zwei bis drei Wochen von ihren Eltern mit Futter versorgt.
 
Die Stadt Neuenburg am Rhein unterstützt die Störche auf natürliche Art und Weise, indem die aus Eichenholz gefertigten Unterlagen für den Nestbau auf Dächern installiert werden. Außerdem werden diese Unterlagen inklusiv der Nester regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf erneuert.
 
Vielleicht gibt es, wie in anderen Gemeinden, in Neuenburg am Rhein Bürgerinnen und Bürger, welche für den Naturschutz zum Erhalt der Weißstörche auf der Gemarkung Neuenburg am Rhein eine Wiese bzw. Acker zur Verfügung stellen. Wenn Sie irgendwelche Beobachtungen zu den Störchen und deren Wahl der Ruheplätze bzw. deren Futtersuche machen, freuen wir uns über Ihre Mitteilung, Telefon 07631/ 791-210 bei Herrn Selz.