Ein großes neues Wohngebiet

Bebauungsplan „Mittlere Rieße“ soll aufgestellt werdenNeuenburg am Rhein wächst: Mit dem einstimmigen Gemeinderatsbeschluss, den neuen Bebauungsplan „Mittlere Rieße“ aufzustellen, schafft die Stadt im Nordwesten des Kernorts die Voraussetzung für weitere Wohnbebauung.

Am nordwestlichen Rand von Neuenburg am Rhein soll auf zwei Geländeebenen ein neues Wohngebiet entstehen. Foto: Dorothee  Philipp

Das Plangebiet ist stattliche 22,7 Hektar groß und liegt sowohl unter- als auch oberhalb der bewaldeten Geländestufe „Riese“, einem topografischen Relikt aus der Zeit vor der Rheinbegradigung. Das Plangebiet wird im Süden von der Bundesstraße B378 begrenzt, die Landesstraße L134 in Richtung Zienken verläuft mitten durch das Plangebiet. Westlich begrenzt ist der tiefer gelegene Teil des Plangebietes durch die Bebauung entlang des Thuner Rings und der Berner Straße, der höher gelegene Teil östlich durch die Gemarkungsgrenze. Seit 2013, als das Baugebiet Vogelwäldele abgeschlossen war, wurden in Neuenburg am Rhein im Kernort keine neuen Baugebiete mehr ausgewiesen, erklärte Bürgermeister Joachim Schuster die Sachlage. Das private Verkaufsangebot eines größeren Grundstücks an die Stadt habe nun das neue Projekt angestoßen. Zudem ist Neuenburg am Rhein eine der Kommunen, die vom ausgeschöpften Kontingent der Bauflächen der Stadt Freiburg dergestalt profitiert, dass sie über den eigenen Bedarf hinaus Wohnbauflächen entwickeln kann, was der starken Nachfrage nach Wohnraum im Großraum Freiburg entgegenkommt. Als Partner für das Mammutprojekt steht der Stadt die Immobilien und Kommunalentwicklung GmbH der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) zur Seite, deren Vertreter Frank Lorkowski dem Gemeinderat die Einzelheiten des geplanten Vorgehens erläuterte. Zunächst gelte es, die Mitwirkungsbereitschaft der Eigentümer der betreffenden landwirtschaftlich genutzten Grundstücke zu erkunden, erklärte Lorkowski. Danach trete die LBBW als Dienstleister auf, der das vertragliche Management des Grunderwerbs übernehme, aber nicht selbst als Investor auftrete. Oberstes Ziel sei, so viele Grundstücke wie möglich ins Eigentum der Gemeinde zu bringen, sagte Schuster. Notwendig seien mindestens 75Prozent, mit dieser Vorgehensweise habe die Stadt schon zahlreiche Entwicklungsprojekte erfolgreich realisiert. Deswegen wurde in der Sitzung auch eine Satzung über ein besonderes Vorkaufsrecht der Stadt erlassen. Außerdem wurde der seit 28 Jahren geltende Flächennutzungsplan in einer 13. Änderung an das Projekt angepasst. Wie soll das neue Stadtviertel aussehen?Einen gedanklichen Anstoß, wie die auf zwei Geländeebenen verteilten Flächen bebaut werden sollen, sollen Studenten des Karlsruher Institut of Technology (KIT) liefern, die im Rahmen einer Seminararbeit in einen Ideenwettbewerb treten. Weitere Impulse soll eine Bürgerbeteiligung bringen, die im Rahmen der Vorstellung der Wettbewerbsarbeiten veranstaltet werden soll. Die so gewonnenen Aspekte sollen dann in die Ausgestaltung des Bebauungsplans einfließen. Das gesamte Bebauungsplanverfahren soll im ersten Quartal 2022 abgeschlossen sein, ein ambitionierter Zeitplan, der aber machbar sei, sagte Lorkowski. Über die Zahl der Menschen, die hier künftig wohnen sollen, könne man beim heutigen Stand der Dinge noch nichts sagen. Denn diese hänge von der Struktur und der Nutzungsart des Plangebiets ab. Neben Einfamilien- Doppel- und Reihenhäusern sollen auch verdichtete Wohnformen realisiert werden.