Erfolgreiche Stadtputzaktion

Fünf Container Müll eingesammelt. 272 Helferinnen und Helfer waren in Neuenburg und den Ortsteilen im Einsatz.
Wilde Müllablagerungen in den Feldgehölzen, Zigarettenkippen überall, leere Kaffeebecher, volle Hundekotbeutel – die Liste dessen, was verantwortungslose Zeitgenossen einfach von sich werfen, könnte Seiten füllen. So ärgerlich der Anlass, so positiv ist doch die jährliche Aktion Stadtputz in Neuenburg, bei der Vereine, Privatpersonen und Jugendliche Seite an Seite dem Müll im gesamten Stadtgebiet zu Leibe rücken.

Organisiert wurde die Aktion in diesem Jahr wieder von der Stadtverwaltung, die die einzelnen Quartiere eingeteilt, Handschuhe und Müllsäcke für die Helfer bereitgestellt und am Ende für eine zünftige Verpflegung mit Vesper und Getränken gesorgt hatte.
Ein Großteil der Neuenburger Vereine hatte an diesem Samstag Freiwillige geschickt, die mit Elan an die Sache gingen. Manche seien schon um 9 Uhr losgezogen, obwohl der Treffpunkt erst auf 9.30 Uhr angesetzt war, berichtete Alexander Faißt, Teamleiter im städtischen Ordnungsamt. Turnverein, Handharmonikaverein, Stadtmusik, Radsportverein und Jugendfeuerwehr teilten sich die Bereiche um Innenstadt, Mühleköpfle und Rohrkopf, Sägeweg und Sandroggen bearbeiteten der FC Neuenburg und der Verein Sichtbar ankommen.
Angler und Kleingärtner mühten sich im Sport- und Freizeitgelände am Rhein ab, die Windschutzhecken durchkämmte der Stock-Car-Club. In den drei Ortsteilen hatten die jeweiligen Dorfgemeinschaften zur Putzaktion aufgerufen.
Bereits am Freitag hatten die Kinder und Jugendlichen der Neuenburger Schulen das Schulzentrum und das Gelände ums Kreisgymnasium von herumliegendem Müll befreit. Insgesamt waren für die Kernstadt 142 Helferinnen und Helfer angemeldet, in Steinenstadt und Grißheim jeweils 50 und im kleineren Zienken 30, berichtete Faißt.
Zusammen kamen fünf Container zu je sieben Kubikmetern mit Müll, der jetzt auf Kosten des Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald - und damit auch der Abfallgebührenzahler- in die TREA abgefahren werden muss.
Faißt dankte am Ende allen, die mitgemacht hatten. Die meisten von ihnen hätten ja bereits mit ihrer Vereinstätigkeit ein Ehrenamt inne, und so sei es umso lobenswerter, dass sie diesen Samstagvormittag ebenfalls in den Dienst der Allgemeinheit gestellt hatten, sagte Faißt. „Ich würde mich freuen, euch im nächsten Jahr wieder zu dieser Aktion zu sehen“, sagte er zu den fleißigen Müllsammlern.
Es sei ja nicht nur eine kosmetische Maßnahme, was da ablaufe, sagte die Biologin Juliane Prinz, die die Stadt in ökologischen Fragen berät und an diesem Vormittag selbst mit dem Müllsack losgezogen war.
Die Abfälle könnten für die Natur auch richtig gefährlich werden, beispielsweise, wenn Krähen die Schnipsel von verrotteten Plastikfolien mit Futter verwechseln oder das Nikotin aus den Zigarettenkippen die Kleinfauna schädige, erklärte die Fachfrau.
Von Autobatterien, Altöl-Dosen und anderen Gefahrstoffen ganz zu schweigen. Sie und auch andere Helfer wunderten sich, dass sich Menschen die Mühe machen, alten Krempel wie Sofas, Bauschutt oder Waschmaschinen erst ins Auto einzuladen und dann irgendwo an versteckten Stellen abzukippen. „Die könnten mit dem Aufwand genauso gut zur TREA fahren, da kriegen sie das Zeug zum Nulltarif los“, war die einhellige Meinung.
Unverständlich war für die Helfer auch, wie sich beispielsweise die Jugendlichen, die am Cusenier-Areal abhängen, inmitten des dort herumliegenden Mülls wohl fühlen können. „Die hocken da mitten im Dreck und es stört sie nicht“, meinte jemand. Dasselbe gelte auch für die Ufer der Baggerseen.