Neuenburger Forstwirtschaftsjahr 2018 endet mit „schwarzer Null“

Ein rundes Viertel der Gemarkungsfläche Neuenburg am Rhein ist von Wald bedeckt. Für die Bewirtschaftung der rund 1000 Hektar legte der stellvertretende Forstbezirksleiter Michael Kilian dem Ausschuss für Verwaltung und Finanzen das Ergebnis des Forstbewirtschaftungsplans 2018 und den Betriebsplan für das Forstwirtschaftsjahr 2020 vor. Wie Bürgermeister Schuster betonte, liegt der Nutzwert des Neuenburger Waldes vor allem in der Erholungsfunktion.

Einer der besten „Deals“ sei die Möglichkeit, das Schwachholz aus den Durchforstungen in der Holzhackschnitzelanlage zu verwenden, die zwei Sporthallen, das Hallenbad, das Schulzentrum und das Fridolinhaus seit Jahren mit Fernwärme versorgt. „Wir gehören zwar zu den größeren Waldbesitzern, aber wenn die Bilanz eine schwarze Null zeigt, sind wir zufrieden“, stellte Schuster fest. Das Forstwirtschaftsjahr 2018 hat laut Kilian mit einem Verlust von 12.321 Euro abgeschlossen. Dabei stehen noch Fördergelder in Höhe von 15.000 Euro für die Anlage und Pflege der Kulturen aus, so dass die „schwarze Null“ fast zu erreichen ist. Auch für 2020 erwarteman, falls sich keine unerwarteten Katastrophen ereignen, ein „rotes, knapp schwarzes Betriebsergebnis“, erläuterte Kilian.Das zu Ende gehende Betriebsjahr 2019 war nach Kilian geprägt von großen Schäden durch Tannenborkenkäfer. Man habe die befallenen Bäume schnellstmöglich aus dem Wald geholt, um keine Pestizide anwenden zumüssen. Betriebswirtschaftlich ließen sich diese Einbußen mit der Ernte von Douglasien kompensieren. Große Sorgen machen den Forstleuten die 400 Hektar Kiefernbestände, die an einer komplexen Erkrankung leiden.Trockenheit, hohe Temperaturen im Sommer und Pilzbefall setzen den Bäumen zu. Jetzt im Winter werde man deswegen ganze Bestände abräumen, sagte Kilian. Der Markt dafür sei massiv unter Druck, aber zum Glück könne man größere Mengen des Holzes in der Holzhackschnitzelanlage verwerten. Mit dem Umbau des Waldes hin zu resistenteren Holzarten komme ein größerer Batzen auf die Forstwirtschaft zu. Der Klimawandel ist auch hier spürbar: In 50 Jahren gebe es vermutlich keine Waldbäume mehr in der Oberrheinischen Tiefebene, sagte Kilian. Die Umstellung der Neuenburger Waldbestände auf einen Mischwald mit Laubholz soll nach Kilian jährlich auf rund drei Hektar erfolgen. Vorbild sei der Hardtwald auf der linken Rheinseite,wo die Bäume alle 30 Jahre auf Stock gesetzt und danach wieder neu austreiben würden.Nach dem Kartellrechtsverfahren des Bundeskartellamtes gegen das Land Baden-Württemberg muss ab dem kommenden Jahr die Forstverwaltung neu organisiert und die bisherigen Verträge zum Revierdienst und Holzverkauf neu abgeschlossen werden. Die Unterzeichnung der vom Landratsamt hierfür ausgearbeiteten Verträge nahm das Gremium zustimmend zur Kenntnis. Für die Stadt Neuenburg am Rhein entstehen dadurch keine höheren Kosten als bisher.