Erste Führung für die Ratsmitglieder

Gemeinderat Neuenburg am Rhein nimmt das LGS-Gelände in AugenscheinDie Baumaßnahmen sind angelaufen, und es zeigen sich erste Strukturen, wie das Gelände der Landesgartenschau Neuenburg am Rhein einmal aussehen soll. Die erste Baustellenführung mit Bürgermeister Joachim Schuster und den beiden geschäftsführenden Mitgliedern der „Landesgartenschau 2022 Neuenburg am Rhein GmbH“, Andrea Leisinger und Nils Degen widmete die Stadtverwaltung dem Gemeinderat.

LGS-Geschäftsführer Nils Degen erklärt den Plan des Gartenschaugeländes.

Der Gemeinderat habe den Mut gehabt, das Thema vor vielen Jahren aufzugreifen und weiter zu verfolgen, lobte Schuster. Entsprechend dem Motto „Eine Stadt geht zum Rhein“ waren viele Teilnehmer zu Fuß oder mit dem Fahrrad gekommen. Im Lauf des Rundgangs kam auch Gerhard Hugenschmidt dazu, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung von bwgrün.de, Förderungsgesellschaft für die Baden-Württembergischen Landesgartenschauen mbH.

Die Rheinterrasse
Vom Startpunkt am Wasser- und Schifffahrtsamt aus zeigte sich bereits der Verlauf der insgesamt 700 Meter langen Rheinterrasse, dem landschaftsarchitektonischen Herzstück der Anlage, auf dem während der Durchführungsphase von April bis Oktober 2022 eine Vielzahl von Angeboten stattfinden wird: eine bis zu 33 Meter breite Promenade, der auf der Ostseite von einem befestigten Erschließungsweg flankiert wird. Dieses Element hatte 2013 bei der Sichtung der Wettbewerbsarbeiten zur Gestaltung des LGS-Geländes den Ausschlag gegeben, dem Berliner Büro „geskes.hack Landschaftsarchitekten“ den ersten Platz und damit den Zuschlag für eine Beteiligung an dem Projekt zu geben. Im nördlichen Teil der Rheinterrasse soll an der Stelle des alten Rheinwärterhauses mit der „Arche“ ein zentrales Gebäude mit verschiedenen Funktionen, darunter Gastronomie und Information, entstehen, die Versorgungsleitungen waren zum Teil schon sichtbar.
Das kleine, von einem Wasserlauf durchzogene Waldstück am historischen Rheinhafen biete „Bereiche mit Abenteuercharakter“, erklärte Degen. Wenn die Zäune nach der Durchführungsphase der LGS wieder entfernt sind, wird auf der Rheinterrasse auch der europäische Rheinradweg verlaufen, der jetzt über Umleitungsstrecken geführt wird. Zählungen hätten ergeben, dass an schönen Tagen bis zu 400 Radtouristen diesen Weg nutzen, informierte Leisinger. Die Baumaßnahmen, die jetzt im Gang sind, betreffen die Daueranlage, die nach dem Ende der Landesgartenschau als frei betretbares Naherholungsgebiet erhalten bleiben wird.Gelände bis zur Eröffnung 2022 geschlossenDas Baugelände werde vor dem Beginn der LGS 2022 aus steuer- und sicherheitsrechtlichen Gründen nicht mehr geöffnet, erklärten Leisinger und Degen die Absperrmaßnahmen. Von Norden her bis Herbst 2020 weiter zugänglich ist der im Zuge der Maßnahmen für das Integrierte Rheinprogramm (IRP) neu gestaltete Uferbereich. Er wird in der Durchführungsphase mit ins LGS-Gelände einbezogen. „Wir wollen, dass die Öffentlichkeit möglichst viel von den Arbeiten mitbekommt“, erklärte Bürgermeister Schuster. Auf dem Rundgang, der sich in etwa entlang des für die LGS vorgesehenen Rundwegs bewegte, konnte man bereits die große Fläche sehen, auf der jetzt die Baustelleneinrichtung und später ein Veranstaltungszelt Platz findet. Zu besichtigen waren auch schon die Proben der Graniteinfassung, die den Promenaden-Charakter der Rheinterrasse unterstreichen sollen: ein hellgrauer feinkörniger Stein mit weißen Quarzeinschlüssen aus Portugal, aus europäischer Produktion, darauf habe man bestanden, sagte Schuster. In der Region erwacht die AufmerksamkeitDas Landesgartenschauprojekt finde in der Region bereits große Resonanz, informierte Schuster den Gemeinderat. Rund 15 Firmen und Betriebe hätten sich schon um eine Teilnahme beworben. Bis 2022 sollen es mindestens doppelt so viele werden, schätzt Schuster. Inzwischen war man am nördlichen Teil des LGS-Geländes angekommen. Der ehemalige Zufahrtsdamm zur „Panzerplatte“, der die nördliche Grenze des LGS-Geländes markiert, soll eingeebnet werden. Das kleine Wohnhaus am westlichen Ende der Zufahrt, das die Stadt erworben hat, wird während der Bauzeit teilweise als Baubüro genutzt. Der erste Schaugarten wächst schon heranSchön eingewachsen ist die im Frühjahr 2019 als erstes Element des Schaugartens angelegte, sieben Ar große Rebanlage, mit der der Weinbau im Markgräflerland den LGS-Besuchern vorgestellt werden soll. Hier wachsen die vier Hauptsorten des Markgräflerlandes Gutedel sowie Grau-, Weiß- und Spätburgunder. An einem Pavillon werden dort während der Durchführungsphase die vier Winzergenossenschaften Britzingen, Hügelheim, Auggen und Schliengen-Müllheim, bei Interesse aber auch andere regionale Weinerzeuger präsent sein. Neu war für die Führungsteilnehmer auch der Blick auf die Baustelle der Unterführung der Vogesenstraße unter der A5 hindurch. Sie ist jetzt so breit, dass neben dem Begegnungsverkehr auch Fußgänger und Radfahrer sicher unterwegs sein können. Außerdem wurde die so abgesenkt, dass sie auch für höhere Fahrzeuge befahrbar ist. Temporär werden an dieser Stelle die 800 bis 1000 Parkplätze für die LGS-Besucher angelegt, später soll das Gelände wieder landwirtschaftlich genutzt werden. Hier werde sich auch der Haupteingang mit Kassenhaus und Sanitäranlagen befinden, erklärte Leisinger. Radweg kann jetzt durchgezogen werdenGeeinigt hat man sich inzwischen mit dem Eigentümer eines Grundstücks, der bislang Verhandlungen zu Kauf oder Pacht abgelehnt hatte. Diese Verweigerung war der Grund, dass der Radweg parallel der jetzt als Umleitungsstraße genutzten Verbindung zum Sportzentrum und den Betrieben westlich der Autobahn an dieser Stelle unterbrochen war und mit Baken auf die Autostraße umgeleitet werden musste. Diese wiederum war dann in dem Abschnitt nur einspurig befahrbar, eine Gefahrenquelle, die jetzt bald behoben werden könne, freute sich Schuster.Kleingärten in neuer FaçonNachdem man an der Mühlhauser Straße das Gelände besichtigt hatte, auf dem ein Pflegeheim mit 90 Betten entstehen wird, warfen die Teilnehmer noch einen Blick in die neu strukturierte Kleingartenanlage Basler Kopf mit ihren rund 100 Parzellen, für deren Sanierung die Stadt 750.000 Euro in die Hand genommen hatte. Unter anderem wurde das Wegenetz neu hergerichtet. Die Hauptwege sind befestigt, die Seitenwege als Graswege angelegt. Die zum Teil zwei bis drei Meter hohen Einfassungshecken wurden entfernt. Jetzt werden alle Grundstücke von Hecken aus einheimischen Gehölzarten eingefasst, die nicht höher als 80 Zentimeter wachsen dürfen. Außerdem schaffte die Stadt neue, einheitliche Gartentürchen an und legte zu jeder Parzelle einen Wasseranschluss. Die Kleingartenanlage könne als nicht eintrittspflichtiger Bereich von den LGS-Besuchern besichtigt werden, erklärte Schuster. Nicht Bestandteil der Führung war der zweite, kleinere Bereich des LGS-Geländes östliche der A5 rund um den Stadtpark am Wuhrloch. Es werden ab jetzt regelmäßig öffentliche Führungen durch die Baustellen auf dem LGS-Gelände angeboten, kündigte Schuster an.