Mit Musik Europa weiterbauen

Grenzüberschreitendes Konzertprojekt in Neuenburg mit Kindern und Jugendlichen aus Deutschland und Frankreich.
Über 100 Kinder und Jugendliche auf der Bühne singen und musizieren gemeinsam die Europa-Hymne in zwei Sprachen. Und das Publikum im Saal singt mit: Mit diesem eindrucksvollen Bild ging im Neuenburger Stadthaus ein grenzüberschreitendes Kulturprojekt zu Ende, das Premierencharakter hat.

Das Konzert ist das Ergebnis einer ersten Kooperation des 2016 neu zugeschnittenen Gemeindeverbandes Mulhouse Alsace Agglomération (m2a), in dem auch der bis dahin aus sechs Gemeinden bestehende Gemeindeverband Porte de France Rhin Sud aufgegangen ist, mit der Region um die Stadt Neuenburg am Rhein. Das neue politische Gebilde umfasst jetzt 39 Gemeinden mit rund 270.000 Einwohnern.
Um an die bisherige Kooperation Neuenburgs mit dem Verband Porte de France Rhin Sud anzuknüpfen und mit neuer Zusammenarbeit ein Europa der Regionen zu fördern, wurde jetzt dieses Kulturprojekt ins Leben gerufen, an dem die Musikschule Markgräflerland und die Musikschule Wittenheim beteiligt sind, erklärte Neuenburgs Bürgermeister Joachim Schuster bei einem Mediengespräch vorab.

Für grenzüberschreitende Projekte eigne sich die Musik als universelle und emotionale Sprache besonders, betonte Fabian Jordan, seit 2017 Präsident von m2a und selbst aktiver Musiker.
Die neu geschaffene Plattform für kulturellen Austausch und Förderung der Zweisprachigkeit war auch der Oberrheinkonferenz einen Zuschuss aus ihrem Jugendfonds wert. Mit Wolfgang Wetzel, Dirigent und Musiklehrer bei der Musikschule Markgräflerland, und Valérie Seiler, Leiterin der Musikschule Wittenheim wurden zwei Lehrkräfte gefunden, die sich der Herausforderung stellten, vorher separat einstudierte Stücke mit einem aus deutschen und französischen Kindern bestehenden Projektorchester aufzuführen.
Das zweiteilige Konzertprogramm zeigte zunächst den beachtlichen Leistungsstand der Jüngeren, wobei sich hier rund 80 Kinder angemeldet hatten. Im zweiten Block präsentierten die etwa 30 Älteren technisch anspruchsvollere Stücke in verschiedenen Musikstilen.
Auf den Konzertnachmittag eingestimmt hatten die Schliengener Turmbläser unter der Leitung von Friedrich Renkert und das Schulorchester der Rheinschule unter der Leitung von Gregor Heinrich.


Eine ganz neue Erfahrung für Teilnehmende und Organisatoren war ein anderthalbtägiger Workshop vor dem Konzert in Neuenburg mit allen Beteiligten, bei dem in Registerproben und in Gesamtbesetzung die Stücke gemeinsam durchgearbeitet wurden.
Die gemeinsam verbrachten Pausen und das gemeinsame Mittagessen in der Cafeteria der Realschule war für alle ein besonderes Erlebnis und eine schöne Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen und die Praxis einer binationalen Verständigung zu erproben, sagte Barbara Vallois Kulturamtsleiterin der Stadt Neuenburg.
Sie moderierte das Konzert gemeinsam mit Martine Laemlin, Bürgermeisterin von Chalampé und Mitglied in der Verbandsversammlung von m2a.
Beide stellten die einzelnen Programmpunkte in beiden Sprachen vor. Zum Abschluss erhielten alle Kinder und Jugendlichen, die teilgenommen hatten, einen kleinen Stoffrucksack mit dem eigens für die Veranstaltung entwickelten Logo und dem Slogan „La Musique nous réunit – Musik verbindet uns“. Der Wunsch, eine solche Begegnung zu wiederholen, war deutlich geworden, und so wird eine Neuauflage im kommenden Jahr geplant, die dann in Frankreich stattfinden soll.
Man wolle dann eventuell auch Kinder- und Jugendchöre mit einbeziehen, sagte Vallois.