Rebstück auf dem LGS-Gelände angelegt

Ein Rebstück ist das erste Element für die Schaugärten der Landesgartenschau 2022 in Neuenburg am Rhein.
Ein sieben Ar großes Rebstück ist das erste Element des Schaugartens für die Landesgartenschau 2022. Ein kleines Team aus städtischen Mitarbeitern pflanzte 320 Rebsetzlinge von Gutedel, Weißburgunder, Grauburgunder und Spätburgunder - die vier Hauptsorten des Markgräfler Weinbaus.

Dazu kamen noch 14 Stöcke mit Tafeltrauben. Nachdem das Gelände jetzt vollständig von Kampfmitteln aus dem Zweiten Weltkrieg befreit ist, tritt die Gestaltung des Gartenschaugeländes in ihre konkrete Phase ein. Bereits in
Arbeit ist die Sanierung der Kleingartenanlage Basler Kopf. Und die Bäume auf den Streuobstwiesen sind von städtischen Mitarbeitern und Fachfirmen mit einem Verjüngungsschnitt versehen worden.
Der alte Bestand an stattlichen alten Obstbäumen, der verschiedensten Sorten, ist ein großes Plus für die Gartenschau. Die Hochstammbäume sind nicht nur Zeugen der traditionellen Kulturlandschaft im Markgräflerland, sondern auch willkommene Schattenspender. Bürgermeister Joachim Schuster, der mit einigen Ratsmitgliedern jetzt die Pflanzung der Reben begutachtete, stellte fest: „Hier können wir eins der Themen besetzen, die unsere Region ausmachen“.
Er erinnerte daran, dass Neuenburg am Rhein eine eigene Tradition als Weinbaugemeinde hat. Es gab sogar einmal eine Winzergenossenschaft Neuenburg, von der jetzt noch ein drei Stockwerke tiefer Keller unter dem Anwesen an der Ecke Basler / Schlüsselstraße berichtet. Die Genossenschaft fusionierte 1984 mit Auggen. Neuenburg am Rhein und seine Ortsteile seien zudem mit den Winzergenossenschaften (WGs) in der Nachbarschaft verbunden: Grißheim mit Britzingen, Zienken mit Hügelheim, Neuenburg am Rhein mit Auggen und Steinenstadt mit Schliengen.
Alle vier WGs werden in Gemeinschaft den Pavillon betreuen, der zur Gartenschau bei dem Rebstück aufgebaut wird. Angestoßen auf den neuen Abschnitt des Gartenschauprojekts wurde mit dem 2018er Gutedel, der erstmals als volle Ernte aus dem städtischen Rebberg im Sonnenstück zwischen Auggen und Schliengen gekeltert wurde und als eigene Edition als Etikett das Logo der Gartenschau trägt.
Als Pächterin dieses Weinbergs ist die Stadt auch Mitglied im Winzerkeller Auggener Schäf. Aus der Pflanzung im Gartenschaugelände wird kein Wein gewonnen.
Hierfür müsste eine besondere Erlaubnis eingeholt werden. Schon für die Anlage als solche musste das Regierungspräsidium eine Sondergenehmigung erteilen.
Denn das deutsche Weingesetzt regelt penibel über so genannte Rebenaufbaupläne, wo welche Rebsorten angepflanzt werden dürfen. Andrea Leisinger, Geschäftsführerin der Landesgartenschau 2022 Neuenburg am Rhein GmbH stellte zu diesem Anlass die erste Ausgabe des LGS-Magazins vor, das die Öffentlichkeit in regelmäßigen Abständen über die aktuellen Maßnahmen und Ereignisse im Umfeld der LGS Vorbereitungen informieren soll.
Das erste Magazin stellt anschaulich das Konzept der Daueranlage vor, wie sie auch nach dem Ende der Landesgartenschau als attraktives Naherholungsgebiet bestehen bleibt.
Mit dem Fortgang von Planungen und Arbeiten sei man voll im Zeitplan, berichtete Leisinger. Derzeit werden die Ausschreibungen für den Bau der rund 700 Meter langen Rheinterrasse vorbereitet, die bei der Gestaltung des Gartenschaugeländes eine zentrale Rolle einnimmt. Baubeginn ist voraussichtlich Ende August oder Anfang September.
Bereits verschwunden sind das alte Rheinwärterhaus und die Garagen an der Mühlhauser Straße. Demnächst werden die Bereiche, wo Bauarbeiten stattfinden eingezäunt, erklärte Schuster. Dennoch soll in dieser Zeit das Gelände teilweise für die Öffentlichkeit zugänglich bleiben.