Auf dem Weg zur dritten Medaille des European Energy Award

Das hat im Landkreis keine andere Kommune: Zweimal schon wurde Neuenburg am Rhein mit der Silbermedaille des European Energy Award (EEA) ausgezeichnet. Dies ist Ansporn genug, sich dieses Zertifikat mit weiteren Maßnahmen zu sichern und die nächste Medaille anzusteuern. Der Gemeinderat stimmte in seiner jüngsten Sitzung dem Maßnahmenplan zu, der einem internen und externen Audit zur Überprüfung der energiepolitischen Projekte und Ziele dient.

Der Plan,den Teamleiterin Sibylle Maas erläuterte, zeigt auch, wie viel die Stadt bereits umgesetzt hat und wie viele Projekte sich schon in der Durchführungsphase befinden. Die Liste der noch nicht begonnenen Maßnahmen zeigt aber auch, dass es noch viel zu tun gibt auf dem Weg zur klimaneutralen Kommune. Bei der Teilnahme am EEA brauchen die Kommunen einen langen Atem. Den hat Neuenburg am Rhein bewiesen: Das 1997 formulierte Kyoto-Protokoll habe den ersten Ausschlag gegeben, systematisch an einer Verbesserung der städtischen Klimabilanz zu arbeiten, erinnerte Bürgermeister Joachim Schuster. 2008 habe die Stadt das erste Arbeitsprogramm dazu aufgelegt. 2009 habe der Gemeinderat das entsprechende Leitbild beschlossen, das auch heute noch so aktuell sei wie damals, sagte Schuster. Über 60 große und kleinere Maßnahmen seien seit herum gesetzt worden. Doch auf dem Erreichten auszuruhen ist nicht angezeigt: Ein Punktesystem gibt verlässlich die Effektivität der Klimapolitik der jeweiligen Kommune an, was auch bedeute, dass die Messlatte jedes Jahr höher liegt. „Bereits nach dem jetzigen Stand würden wir wieder Silber erreichen“, stellte Schuster fest. Unausgesprochen hieß das aber, dass auch eine Goldmedaille eine Option wäre.

Welche Maßnahmen werden aktuell bearbeitet?
Das interne Audit für die nächste Stufe ist bereits abgearbeitet, erklärte Maas. Das externe Audit zeige, was die Stadt in den kommenden drei Jahren zu tun gedenkt und was bereits erledigt ist. Für 2020 plant die Stadt Energieausweise für alle eigenen verbrauchsrelevanten Gebäude für alle Bürger sichtbar auszuhängen. Auch arbeitet die Stadtverwaltung an Stellenbeschreibungen, die energierelevante Aufgaben beinhalten. Erarbeitet wird derzeit auch ein Gesamtkonzept zur Kommunikation und Kooperation. Es stellt die Einbindung wesentlicher örtlicher Akteure aus allen gesellschaftlichen Bereichen dar und beinhaltet Zeitpläne, Prioritäten und Budgets zu einzelnen Handlungsfeldern. Bearbeitet werden derzeit auch die Ergebnisse des Radverkehrschecks, der ein Teil des geplanten Nahmobilitätskonzeptes ist. In diesem Zusammenhang arbeitet die Stadtverwaltung auch an der Verbesserung von bestehenden und der Installation von neuen Fahrradabstellanlagen, etwa am Bahnhof, auf dem LGS-Gelände oder im geplanten Parkhaus. Fortgeführt werden sollen die Infoveranstaltungen zu Themen von Energie und Klimaschutz. Und in einem zweijährigen Rhythmus soll der „Grüne Marktplatz“stattfinden, eine Art Messe für alle Akteure, die mit klimarelevanten Themen zu tun haben. Diese Anstrengungen der öffentlichen Hand sollen die Bürgerschaft dazu motivieren, selbst im privaten Bereich tätig zu werden, was Energieverbrauch und Klimaschutz angeht, sagte Schuster.