Sicherer und menschenfreundlicher

Das neue Nahmobilitätskonzept der Stadt Neuenburg am Rhein / Bedingungen für Fußgänger und Radfahrer im Fokus
 
Über 100 Seiten dick ist das Nahmobilitätskonzept der Stadt Neuenburg am Rhein, das der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschloss. Erstellt wurde es nach einem seit 2018 laufenden Arbeitsprozess durch das Büro Planersocietät Karlsruhe.

Quelle: Planersocietät - Stadtplanung, Verkehrsplanung, KommunikationDr.-Ing. Frehn, Steinberg Partnerschaft, Stadt- und VerkehrsplanerDortmund | Bremen | Karlsruhe

In diesem Prozess spielten eine sehr detaillierte Bestandsaufnahme sowie öffentliche Informationsveranstaltungen, in denen die Anregungen der Bürger gesammelt wurden, eine wichtige Rolle. Philipp Hölderich von der Planersocietät stellte dem Gremium das Ergebnis in seinen Grundzügen vor. Nahmobilität bedeutet das Zurücklegen von kurzen Strecken zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Das Konzept ziele auf eine menschenfreundliche Verkehrsinfrastruktur und die Belebung der Innenstadt, mit besonderer Berücksichtigung der Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung und von Kindern, erklärte Hölderich. In die Untersuchung einbezogen waren sowohl „Wege des Alltags“, also die Strecken zur Schule, zur Arbeit oder zum Einkauf, als auch jene, die für Freizeitaktivitäten genutzt werden. Hier stehe besonders die Verbindung zum Naherholungsgebiet am Rhein im Blickpunkt. Bei Begehungen und Erkundungsfahrten mit dem Fahrrad wurden verbesserungsbedürftige Punkte identifiziert wie Querungen, Sichtbeziehungen, Barrieren, Straßenbeläge, Sitzmöglichkeiten und Abstellanlagen für Fahrräder. Das Augenmerk der Studie liegt auch auf den Schnittstellen, an denen die Verkehrsteilnehmer das Verkehrsmittel wechseln. „Intermodale Schnittstellen“ nennt die Studie diese Punkte, was in Neuenburg am Rhein vor allem Bushaltestellen und den Bahnhof betrifft. Das Nahmobilitätskonzept führt auf über 50 Seiten einen Maßnahmenkatalog auf, entlang dem die Stadtverwaltung in den kommenden Jahren Verbesserungen vornehmen kann. Nicht alle sind teuer, viele lassen sich in aktuelle Baumaßnahmen integrieren, vieles ist auch bereits auf den Weg gebracht, wie Bürgermeister Joachim Schuster betonte. Dazu zählt auch ein schon 2017 durchgeführter Fußverkehrs-Check. Das auf umfangreichen aktuellen Daten und Fakten basierende Nahmobilitätskonzept sei eine gute Grundlage für die Stadtentwicklung. „Diese Studie ist keine Eintagsfliege. Sie hat den Vorteil, dass man sie nach und nach systematisch umsetzen kann und nicht da und dort anfängt, wenn ein Problem auftritt, oder sich Bürger beschweren“, sagte der Bürgermeister. Mehr zum Nahmobilitätskonzept auch auf der Homepage der Stadt unter „Leben & Wohnen / Mobilität und Verkehr“.