Neuenburg am Rhein soll blühen: Planung für „Natur nah dran“-Projektflächen startet nach Besichtigung und Online-Schulung

Vielfältig, naturnah und insektenfreundlich: Am Dienstag, 5. Mai 2020, nahmen rund 50 Vertreterinnen und Vertreter der für 2020 ausgewählten „Natur nah dran“-Kommunen an einer Online-Schulung im Rahmen des NABU Projektes teil. Die Teilnehmenden erhielten bei der Veranstaltung viele Anregungen und Tipps, wie im Siedlungsraum artenreiche Lebensräume für Wildbienen, Schmetterlinge und Distelfinken geschaffen werden können. Bei einer gemeinsamen Begehung am 7. Mai erkundeten die Stadtverwaltung: Bauhof und der Fachbereich Umwelt, ein Vertreter des NABU sowie Naturgartenplanerin Stella Friede, wie sich die Maßnahmen vor Ort umsetzen lassen.

Dabei nahmen sie Grünflächen in Augenschein, die in Neuenburg am Rhein im Laufe des Projekts in kleine Biotope umgewandelt werden sollen. Die Fachleute begutachteten dabei die jeweiligen Standorte und gaben erste Empfehlungen für die passenden Maßnahmen. Beispielsweise, ob eine Fläche grundlegend umgestaltet werden sollte um einen dauerhaften Erfolg zu ermöglichen. Die Begehung der Flächen bildet gemeinsam mit der Schulung die Grundlage für den nächsten Schritt: die Detailplanung für die ausgewählten Flächen. Anschließend geht es dann an die Umsetzung. „Das Entscheidende dabei ist: Geduld, Geduld, Geduld“, betonte NABU-Projektleiter Martin Klatt. Das bestätigten die Erfahrungen aus Kommunen, die bereits länger ihre Flächen umgestalten, so Klatt weiter: „Dabei kommen verschiedene Maßnahmen zum Einsatz. Auf manchen Flächen funktioniert das oft auf Anhieb gut, andere brauchen vielleicht etwas länger. Deshalb ist es wichtig, die Bevölkerung von Anfang an mit einzubeziehen, etwa über Artikel im Amtsblatt oder Informationsveranstaltungen.“ Wildpflanzenflächen sind gut für Insekten und sparen langfristig ArbeitWarum sich das für die Natur und die teilnehmenden Kommunen lohnt, erläuterte Martin Klatt in der Online-Schulung: „Auf den Projektflächen entstehen wertvolle Wildpflanzenflächen, die sich im Laufe der Zeit immer weiter entwickeln werden. Für die Insekten zählt jeder Quadratmeter. Bei der Anlage naturnaher Flächen gibt es einiges zu beachten. Zwar sehen beispielsweise einjährige Blühmischungen im ersten Jahr toll aus, müssen aber jährlich neu eingesät werden und verursachen daher in der folgenden Zeit mehr Arbeit.“ Die Teilnehmenden konnten sich bei der Online-Schulung einen ersten Eindruck verschaffen, wie dauerhafte und dem Standort angepasste mehrjährige Blumenwiesen und Wildstaudenbeete angelegt werden. Dazu zeigten Naturgartenplaner Reinhard Witt und Projektleiter Martin Klatt auch Fotos aus anderen Kommunen, die bereits beim NABU-Projekt dabei sind. Anette Marquardt vom NABU gab Tipps, wie Öffentlichkeitsarbeit zur Akzeptanz und zum Erfolg der Umgestaltung vor Ort beitragen kann. Online-Schulung und Begehung mit Sicherheitsabstand: Austausch trotz CoronaDie Auftaktschulung und Begehung fanden wegen der Corona-Pandemie dieses Jahr unter erschwerten Bedingungen statt. Normalerweise besuchen die Teilnehmenden aus den neuen Projektkommunen eine Stadt oder Gemeinde, die bereits im Vorjahr mit der naturnahen Umgestaltung ihrer Flächen begonnen haben. Weil das in diesem Jahr nicht möglich war, stellte der NABU kurzerhand eine Online-Schulung, ein sogenanntes „Webinar“, auf die Beine. „Uns war es wichtig, die Kommunen in diesen schwierigen Zeiten nicht alleine zu lassen. Die Begehungen sind zentral, um gemeinsam mit den Kommunen die besten Maßnahmen für die Flächen vor Ort zu finden. Deshalb haben wir diese in kleinerer Besetzung als sonst und mit ausreichend Sicherheitsabstand auch dieses Jahr durchgeführt.“An der Schulung nahmen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Grünflächenämter, Stadtgärtnereien und Bauhöfe der für 2020 für „Natur nah dran“ ausgewählten Kommunen teil. Das sind: Achern, Dornstadt, Emmendingen, Görwihl, Horb am Neckar, Karlsbad, Marbach, Neckarsulm, Neuenburg am Rhein, Ostrach, Renningen, Waldenbuch, Baindt, Zaisenhausen, Künzelsau. HintergrundDas NABU-Projekt „Natur nah dran“ wird gefördert durch das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg. Ziel ist es, Städte und Gemeinden mit Rat und Tat dabei zu unterstützen, Grünflächen im Sinne der Biodiversität umzugestalten.  Weitere Informationen: www.naturnahdran.de