Neues Seniorenzentrum: Bebauungsplan wird aufgestellt

In den Rheingärten an der Mülhauser Straße entstehen 90 PflegeplätzeNachdem die Stadt Neuenburg am Rhein alle drei für das Seniorenzentrum im Rheinvorland benötigten Grundstücke kaufen konnte, hatte der Gemeinderat im September 2019 beschlossen, im Flächennutzungsplan eine Sondernutzungsfläche „Alten- und Pflegeheim“ einzutragen.

Der nächste Schritt, die Aufstellung des Bebauungsplans „Seniorenzentrum Rheingärten“ wurde in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats einstimmig beschlossen. Mit dem Beschluss verbunden ist eine frühzeitige Beteiligung von Trägern öffentlicher Belange und Bürgern, deren Ergebnisse dann in die später folgende Offenlage eingearbeitet werden. Christian Sammel vom Freiburger Büro fsp Stadtplanung stellte das Projekt in seinen Grundzügen vor. Das eingezeichnete Baufenster sieht einen zweiflügligen Winkelbau mit drei Vollgeschossen und einem Attikageschoss mit begrüntem Flachdach vor. Er bietet Platz für 90 Bewohner und das entsprechende Personal. Sammel sprach von sechs Wohngruppen mit je 15 Personen. Der L-förmige Grundriss ermöglicht es, im Winkel der beiden Gebäudeflügel einen Gartenbereich mit Südausrichtung anzulegen. Der östliche Gebäudeflügel fungiert dabei auch als Schallschutz für die Emissionen der parallel dazu verlaufenden Autobahn. Die Autos der Bewohner, Mitarbeiter und Besucher sollen in einer Tiefgarage unter dem Gebäude Platz finden, dazu sollen einige wenige Stellplätze am Rand entlang der Mühlhauser Straße angelegt werden. „Das Gebäude besitzt trotz des zurückgesetzten Attikageschosses eine ganz ordentliche Kubatur“, sagte Sammel. Es sei an einem idealen Platz geplant, denn im Zentrumsbereich der Stadt sei es schwierig, ein Projekt in dieser Größenordnung aufzuziehen. Der Vorteil in den Rheingärten sei außerdem die schöne Umgebung mit dem Naherholungsgebiet am Rhein. Von den Umweltbelangen her sei das Grundstück „nicht spannend“, das heißt, es gibt hier keine hochwertigen Biotope, die durch den Bau zerstört würden. Das zeigen auch der Umweltbericht und die artenschutzrechtliche Untersuchung, die dem Planwerk beigefügt sind. Die Ausgleichsmaßnahmen für den Eingriff sollen in den nächsten Verfahrensschritten detailliert dargestellt werden.

Das Seniorenzentrum, das der Freiburger Caritas-Verband betreiben will, soll noch vor der Eröffnung der Landesgartenschau bezogen werden. Im ebenfalls vom Caritas-Verband betriebenen Seniorenzentrum St. Georg steht eine Generalsanierung und ein Umbau gemäß der neuen Gesetzeslage an, die für alle Bewohner von Seniorenzentren Einzelzimmer vorschreibt. Die Bewohner von St. Georg können vor Beginn der Baumaßnahmen in die Rheingärten umziehen. „Deswegen war es uns wichtig, die beiden Maßnahmen zu verknüpfen“, sagte Bürgermeister Joachim Schuster. Wenn dann auch die Sanierungs- und Umbaumaßnahmen im Seniorenzentrum St. Georg abgeschlossen sind, entstehen dort 40 Betten in Einzelzimmern, so dass es in der Stadt dann insgesamt 130 Betten für pflegebedürftige alte Menschen gibt. Der Bedarf an Pflegeplätzen in Heimen werde steigen, sagte Schuster angesichts des demografischen Wandels. Dabei würden heute rund 80 Prozent der Pflegebedürftigen zu Hause meist von den Angehörigen betreut, was für diese eine große Herausforderung darstelle. Eine wichtige Aufgabe der Politik sei es deswegen, die Bedingungen für die häusliche Pflege zu verbessern.