Dritter Neuenburger Sommergarten

Feiern und abtanzen mit dem Acoustic Fun OrchestraDas Publikum ist heiß auf den Neuenburger Sommergarten: Auch zum dritten Konzert mit dem Freiburger Acoustic Fun Orchestra war der Rathausplatz gerappelt voll, die Menschen in bester Feier- und Tanzlaune.

Die Buchholz-Brüder nehmen sich Michael Jackson vor – auf ihre Weise

Das Wetter, das am Mittwoch die Absage des Gastspiels des Mulhouser Jazzfestivals „Météo“ erzwungen hatte, hatte sich wieder gefangen, die laue Luft und ein klarer Himmel verbreiteten Urlaubsfeeling pur. Bei der Band ist „Fun“ nicht nur ein Bestandteil des Namens, sondern Programm: Mit ansteckender Lust und Laune machen sich die vier Musiker über alles her, was durch die Charts genudelt wird und kombinieren die Versatzstücke zu einem eigenen Mix. Hatte man am Anfang noch ein wenig den Eindruck, hier zelebriert eine in die Jahre gekommene Schulband ihre Lieblingshits – Pink Floyds Lehrerschreck aus „The Wall“ kam noch recht behäbig um die Ecke – nahm das Karussell doch bald an Fahrt auf. Die drei Brüder Coco, Tilo und Lorenz Buchholz und ihr „Adoptivbruder“ Roby Scheffert sind nicht nur versierte Musiker, die alles nachmachen können, was irgendwie eine Melodie hat, sondern haben auch eine gute Portion Komik mit dabei, mit der sie mitten in den Songs freche Akzente setzen. Da bellt und knurrt es in Grönemeyers auf Tempo gebürstetem „Männer“-Song fast wie im Tierheim, „Sweet home Alabama“ wird mit echt bayrischen Jodlern garniert, in einem anderen Hit schleicht sich auf einmal der „Nikolausi“ ein, der eigentlich ein „Osterhasi“ ist. Zum Mitsingen lassen einem die Fun-Akustiker nicht viel Zeit, die Erkennungsmelodien fließen ineinander und übereinander. Das Medely aus Beatles und Stones verarbeitet gefühlt die Songs aus zwei Alben, man könnte da glatt ein Ratespiel à la SWR aufmachen, zehn Songs in zwanzig Sekunden oder so. Für die Gäste aus Frankreich gibt es „Voyage, voyage“, Michael Jacksons „Billie Jean“ wird zur köstlichen Bühnenpantomime, in der sich die vier mit Gicksen und Gackern selbst auf die Schippe nehmen. „Meine Frau ist schön – verdammt lang her“, das ist feinstes Kabarett im Mikroformat. Klangfarbliche Akzente setzen das Akkordeon von Coco Buchholz und das Kazoo, mit dem sich Bassist Roby Scheffert dann und wann quäkend zu Wort meldet. Drummer Tilo Buchholz sorgt mit saftigen Beats für Tempo, und Gitarrist Lorenz Buchholz hält nebenbei zusammen mit seinem Bruder Coco die Menge mit launiger Moderation und kleinen Mitmach-Aktionen bei Laune. Wieder einmal herrscht bis zum Schluss Partystimmung auf dem Rathausplatz, den die Lichterketten, wenn es Nacht wird, stimmungsvoll beleuchten.