Sonnenstrom von der ehemaligen Deponie

12. Änderung des Flächennutzungsplans und Bebauungsplan mit örtlichen Bauvorschriften „Solar-Strom-Park“ gehen in die Offenlage

Auf dem südlichen Abschnitt der ehemaligen Kreismülldeponie bei Neuenburg am Rhein entsteht einer der größten Solarstromparks in Südbaden mit 2379 Photovoltaik-Modulen. Sie sollen auf einer Fläche von 1,42 Hektar auf der Kuppe des Deponiekörpers aufgestellt werden.

Quelle: Abfallwirtschaft Breisgau-Hochschwarzwald, 2016
Quelle: Abfallwirtschaft Breisgau-Hochschwarzwald 2016

Der Gemeinderat der Stadt Neuenburg am Rhein hat in seiner jüngsten Sitzung die Entwürfe des Bebauungsplans und der dafür erforderlichen Flächennutzungsplanänderung gebilligt und es wurde beschlossen, die Offenlage für beide Verfahren durchzuführen. Zuvor thematisierte Philipp Reinders vom beauftragten Freiburger Büro FSP Stadtplanung die Anregungen, die im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung eingegangen waren. Diese betrafen vor allem planerische und rechtliche Aspekte. So werden zum Beispiel sämtliche Höhenangaben im aktuellen Bebauungsplan mit den Höhen über Normalnull angegeben und nicht nur im Bezug auf die mittlere Geländeoberkante. In den Planungen und Ausgleichsmaßnahmen berücksichtigt werden muss der Status der Deponiefläche als „Wald“, der mit der Deponie nur eine befristete Umwandlung erfahren hat, worauf der Fachbereich Forst im Landratsamt hinweist. Private Stellungnahmen waren nicht eingegangen. Um Verschattungen der Modulflächen zu vermeiden, wird die Anlage durch einen „hochwertigen Magerrasen“ eingefasst, dessen Substrat aus der unmittelbaren Umgebung kommt, die aktuell im Zuge des Integrierten Rheinprogramms umgestaltet wird. Die Flächen der Module werden nach Süden ausgerichtet sein, so dass Blendwirkungen auf die unterhalb liegende Autobahn auf der Ostseite nicht zu befürchten sind, beantwortete Bürgermeister Joachim Schuster eine Frage aus dem Gremium. Im Bebauungsplan eingezeichnet ist im Norden des Plangebiets eine Fläche „Solar-Strom-Park / Pavillon“, die es ermöglicht, einen öffentlich zugänglichen Informationspavillon aufzubauen, der die Nutzung von Sonnenenergie zum Thema hat. Schuster erinnerte an die langen und schwierigen Verhandlungen zur Rekultivierung der Deponie, die in Neuenburg am Rhein einige Jahrzehnte als Beeinträchtigung durch Geruchsemissionen und Anlieferverkehr präsent war. Deswegen könne die Stadt auch vom Landkreis Unterstützung beim Bau des Pavillons beanspruchen, sozusagen als Kompensation. Als Vorbild nannte er das Informationszentrum auf der ehemaligen Deponie Eichelbuck, das wirklich gelungen sei. Die Stadt Neuenburg am Rhein sei es auch gewesen, die den Bau des Solarstromparks angeregt hatte, sozusagen als Weiterführung der Anstrengungen für den Klimaschutz, die der Stadt bereits zwei Silbermedaillen im European Energy Award eingebracht haben. Auch könne der Erlös aus dem produzierten Strom – geplant ist eine Jahresleistung von 50.000 Kilowattstunden – für die Finanzierung des Pavillons eingesetzt werden. „Da bleibe ich dran“, versprach Schuster weiter mit den Partnern zu verhandeln.