Leichter Rückgang der Übernachtungszahlen in Neuenburg am Rhein

Schuster: langfristig auf geändertes Reiseverhalten reagieren.
Neuenburg am Rhein ist für den Tourismus attraktiv, auch wenn die Stadt auf den ersten Blick kein ausgesprochen touristisches Profil hat. Über 63.000 Urlaubsgäste wurden im Jahr 2018 gezählt, und mit fast 110.000 Übernachtungen liegt deren durchschnittliche Verweildauer bei 1,7 Nächten.

Die von Sachbearbeiterin Jasna Sänger dem Ausschuss für Verwaltung und Finanzen vorgetragenen Zahlen zeigen aber auch einen leichten Rückgang der Gästezahlen (- 4,76 Prozent) und der Übernachtungszahlen (- 4,75 Prozent) gegenüber den Zahlen des Vorjahrs. Zum einen liege das daran, dass die Aufenthaltszeiten der Gäste immer kürzer werden, zum anderen daran, dass zahlreiche Vermieter ihre Ferienwohnungen an Dauermieter oder Monteure vermieten.
Es rentiere sich eben mehr, wenn man Mieter für mehrere Wochen oder gar Monate findet, während die Urlauber oft nur eine oder zwei Nächte blieben, erklärte Sänger. Die Tourismus-Statistik habe deswegen neun Betriebe nicht berücksichtigt.
Zuverlässige Frequenzbringer sind die beiden Campingplätze, die 51 Prozent der Übernachtungszahlen generieren, wobei der Campingplatz Gugel allein 40 Prozent beiträgt.
Aber auch hier hatte man weniger Gäste als im Vorjahr, was laut der Betreiberin auch an der extremen Hitze lag, die die Gäste in kühlere Regionen vertrieben habe, berichtete Sänger.
43 Prozent der Übernachtungen in Neuenburg entfallen auf die neun Hotels, fünf Prozent auf die acht Gästehäuser und ein Prozent auf die 18 Ferienwohnungen. Ein weiterer Trend, der Neuenburgs Gästezahlen reduziert, sei die Vorliebe für Urlaub im Land, erklärte Sänger. Während der Schwarzwald Zuwächse verzeichnet, werden die Urlauber weniger, die auf ihrer Fahrt nach Süden in Neuenburg am Rhein Station machen.
“Wir müssen uns langfristig umorientieren, wenn sich solche Reisebeziehungen ändern“, meinte Bürgermeister Joachim Schuster. Obwohl Neuenburg kein ausgesprochener Tourismusort ist, bewertet der Bürgermeister die 1,7 Nächte Verweildauer als positiv.
Hier lag man auch schon bei 1,1 stellte er fest. Die Landesgartenschau sei eine gute Chance, wieder auf sich aufmerksam zu machen, zumal ein allgemeiner Trend zu einem sensibleren Tourismus zu beobachten sei.
Hier könne Neuenburg mit Angeboten wie Radfahren, Kanutouren und Goldwaschen im Rhein punkten.