Umsteigen aufs E-Bike leicht gemacht

Vier nagelneue E-Bikes zum Ausleihen, dazu kostenlose Lademöglichkeit für private E-Bikes und Schließfächer, in denen Helm, Akku und anderes während der Ladezeit verstaut werden können, um einen entspannten Aufenthalt in Neuenburg am Rhein zu genießen: Die neue wettergeschützte und videoüberwachte Radstation am Neuenburger Rathaus erweitert das kommunale Nahmobilitätskonzept um einen attraktiven Baustein.

Ein neuer Baustein im Neuenburger Nahmobilitätskonzept ist die Radstation, an der E-Bikes ausgeliehen und die Akkus privater E-Bikes kostenlos aufgeladen werden können. 2.v.r. Bürgermeister Joachim Schuster, 3.v.r. Richard Tuth, der Leiter des Innovationsfonds der badenova, aus dem das Projekt mit 90.000 Euro gefördert wurde.

Integriert in die Radstation ist eine öffentliche, auch für Menschen mit Handicap nutzbare, selbstreinigende Toilette. Kürzlich wurde der neue Hotspot der Neuenburger Nahmobilität in Anwesenheit von Vertretern von Gemeinderat, Stadtverwaltung, Gewerbe- und Tourismusverein offiziell eröffnet.Die Stadt Neuenburg am Rhein sei schon länger in der Förderung der Nahmobilität, vor allem mit dem Fahrrad, tätig, betonte Bürgermeister Joachim Schuster. Schon seit einigen Jahren gebe es auch ein grenzüberschreitendes Radwegenetz, bei dem Frankreich auf der linken Rheinseite etliche attraktive Radwege neu ausgewiesen habe. Auf der Gemarkung selbst gebe es ein gut ausgebautes System der Radwege auf der Nord-Süd-Achse. Neuenburg am Rhein sei zudem ein wichtiger Knotenpunkt für Radtouristen. Hier kreuzen sich auch verschiedene Fern- und Regionalradwege, erinnerte Schuster. Als technischen Partner hat die Stadt sich den international agierenden Anbieter movelo an die Seite geholt. Bedienungs- und Zahlungsmodalitäten sind einfach und benutzerfreundlich. Der Ausleihvorgang erfolgt über eine App, von der aus man einen Account einrichten und das Fahrrad dann sofort in Betrieb nehmen kann. Die genauen Schritte erklärt eine Tafel in der Station. Geöffnet ist die Radstation täglich von 8 bis 22 Uhr, die Räder können aber auch länger als einen Tag oder auch übers Wochenende ausgeliehen werden, müssen aber momentan an den Ausleihort zurückgebracht werden. Man arbeite daran, mit den Nachbargemeinden ein gemeinsames Verleihsystem aufzubauen, um noch mehr Flexibilität zu bieten, erklärte Schuster.Förderungswürdig, weil innovativDass die Stadt Neuenburg am Rhein wieder einmal den Finger am Puls der Zeit hat, zeigt die Tatsache, dass die Radstation ein Pilotprojekt im ländlichen Raum darstellt. Als solches wurde sie von der badenova mit einem Zuschuss von 90.000 Euro aus dem firmeneigenen Innovationsfonds Klima- und Wasserschutz gefördert. Ein weiterer Zuschuss von 25.000 Euro kam von der Städtebauförderung. An der Realisierung des Projekts beteiligt waren 17 Firmen und Dienstleister vorwiegend aus der Region. „Diese Radstation ist ein vorbildliches Projekt, das einen grundlegenden Schritt in Richtung Mobilität der Zukunft tut. Sie ist geeignet, viele neue Nutzer zu gewinnen, die in der Mobilität durch E-Bikes eine Alternative zum privaten Kraftfahrzeug sehen“, sagte Richard Tuth, der Leiter des Innovationsfonds. Wenige Meter von der Radstation entfernt befindet sich eine interaktive Infosäule, an der Informationen zum öffentlichen Nahverkehr, Bahn, Taxidiensten, touristischen Angeboten und Veranstaltungen in der Nähe abgerufen werden können. Gegenüber an der Tourist-Information am Rathausplatz hält die Stadt zwei Kindertransporter mit Elektroantrieb zur Ausleihe bereit. Zielgruppe sind hier Kindertagesstätten, Bürger und Touristen. „Auch unsere touristischen Betriebe können diese Station als Pluspunkt vermarkten, ohne in eigene Leihfahrräder investieren zu müssen“, stellte Schuster fest. Er betonte auch, dass die Radstation ausschließlich mit Strom aus regenerativer Energiegewinnung versorgt wird, wie alle öffentlichen Einrichtungen der Stadt. Für die öffentliche Toilette, die aktuell nur mit abgezähltem Bargeld zu nutzen ist, arbeite man an einer bargeldlosen Nutzungsmöglichkeit, sagte der Bürgermeister.