Workshop: „Wie gestaltet sich Neuenburg am Rhein im Rahmen einer zukünftigen Digitalisierung für junge Menschen?“

Über 50 Schülerinnen und Schüler aus der Real- und Werkrealschule und aus dem Kreisgymnasium kamen auf Einladung der Stadt Neuenburg am Rhein am Montag, 28. Januar zu einem zweistündigen Workshop in die Aula des Kreisgymnasiums.

Organisiert wurde dieses Treffen vom städtischen Kinder- und Jugendbüro in Zusammenarbeit mit dem Gymnasium, dessen Direkter Rainer Kügele die Schülerrunde herzlich begrüßte und auf die Wichtigkeit des Themas hinwies.

Der kommunale Jugendbeauftragte Wolfgang Gerbig moderierte das Treffen zusammen mit Franz-Reinhard Habbel, der im Auftrag der Gt-service GmbH des Gemeindetages Baden-Württemberg angereist war. Herr Habbel berät 50 ausgesuchte Städte und Gemeinden in Baden-Württemberg bezüglich der Planung und möglichen Umsetzung einer kommunalen Digitalisierungsstrategie. Er erläuterte in seinem kurzen Eingangsvortrag vor allem die Chancen der digitalen Technik für die Gestaltung kommunaler Lebenswelten und wies gleichzeitig auch auf die Risiken hin. Die Jugendlichen, die aus den Klassen 5-12 kamen, waren für diesen Workshop vom Nachmittagsschulunterricht von Seiten der Schulleitungen befreit. Um die Teilnehmer in das Thema einzuführen, stellte der Jugendbeauftragte W. Gerbig verschiedene Szenarien einer zukünftigen möglichen Lebenswelt für junge Menschen in der Stadt Neuenburg am Rhein vor. Daraus und aus den Ideen der Schülerrunde ergaben sich insgesamt sechs Kernthemen, die dann in Arbeitskreisen intensiv besprochen wurden.

Die Schüler und Schülerinnen hatten nach dem Modell des „World Cafés „die Möglichkeit jederzeit den Arbeitskreis zu wechseln und sich somit an der Ideensammlung und inhaltlichen Ausgestaltung an mehreren Themen zu beteiligen. Die vorgeschlagenen Themen waren: „Jugend Apps“, „Digitales Lernen in der Schule“, Digitalisierung und Umwelt“, „Digitalisierung und Verkehr“, Digitalisierung und Einkauf/Ernährung“ und „Digitalisierung und Gesundheit“.
Nach der „Arbeitsphase“ konnten sich die Schüler und Schülerinnen mit Gebäck und Getränken kurz stärken, bevor es dann an die Auswertung und Vorstellung der Gruppenergebnisse ging.

Zum Thema „Wie kann eine Jugend App für Neuenburg aussehen?“ schlugen die Schüler und Schülerinnen vor, dass die App zum einen Informationen über jugendrelevante Veranstaltungen und Themen, zum anderen eine Karte mit allen jugendrelevanten Institutionen und Anlaufstellen und deren Öffnungszeiten, Beratungsmöglichkeiten, Informationen etc. beinhalten sollte. Bei den Themenblöcken „Umwelt“ und „Mobilität“ wurden seitens der Jugendlichen teilweise ähnliche Vorschläge entwickelt. Mobilität sollte auch umweltfreundlich sein. In Neuenburg sollten mehr Ladestationen für E-Mobile montiert werden, das Bus- und Bahnnetz mit entsprechenden Apps, die den Jugendlichen sagen, wie sie am schnellsten zu Ihren Zielorten kommen, Carsharing auch mit selbstfahrenden Automobilen und auch Bikesharing sollten ausgebaut werden. Um die Umwelt in Zukunft mehr zu schonen, sollte die Gemeinde noch mehr auf erneuerbare Energie setzen, die städtischen Anlagen (z.B. Heizungsanlagen in den Schulen) digital und energiefreundlich steuern. Beim Thema „Lernen in der Schule“ kam ein Vorschlag, dass in den Schulen selber umweltfreundliche Suchmaschinen wie z.B. Ecosia verwendet werden wo die Nutzung digitaler Technik mit neuen Baumpflanzaktionen verbunden werden könnte. Tabletts und Laptops mit speziellen Schul- und Schulbegleitprogrammen werden allen Schülern zur Verfügung gestellt. Apps mit Getränke- und Essensbestellungen, Spinde mit Fingerabdruckerkennung, eingebaute Desktops in den Lehrerpulten, digitale Boards statt Tafeln mit Kreide (Smartboards) und vor allem Pflichtfortbildungen für alle Lehrer, um die digitale Technik in der Schule bedienen zu können, waren Ergebnisse in der Schulgruppe. Interessant wurde es in der Gruppe „Digitalisierung und Gesundheit“. Hier gab es Ideensammlungen wie z.B. digitale Armbänder mit medizinischen Messgeräten, die Daten direkt an die Ärzte und Krankenhäuser liefern, schnellere und bessere Arztbehandlungen durch digitale Anmeldesysteme bis hin zu der Idee, digitale Chips direkt in den Körper zu implantieren. Beim Thema „Essen und Einkaufen“ setzten die Schüler und Schülerinnen ihrer Phantasie auch keine Grenzen: kontaktloses Bezahlen ohne Kassiererinnen beim Einkauf (Touchscreenkassen), Einkäufe per App bestellen und liefern lassen, Roboter in Einkaufszentren.

Insgesamt erarbeiteten die Jugendlichen sehr viele phantasievolle Szenarien, wie eine digitale Zukunft in Neuenburg am Rhein in bestimmten Bereichen aussehen könnte. Dass das Thema „e-Goverment“ von den Schülern und Schülerinnen nicht angegangen wurde, liegt vielleicht auch daran, dass Jugendliche wenige Bezugspunkte zu einer kommunalen Verwaltung haben. Dieses Thema wird jedoch ein zentrales Thema für die Verwaltungen aller Städte sein. Herr Gerbig verwies auf die Homepage der Stadt Wien, die als smart City vorbildlich die Stadtplanung, die Verwaltung und auch die Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger mit digitaler Technik plant.
 
Das Jugendbüro plant zu diesem Thema weitere Veranstaltungen, um interessierte Jugendliche intensiv auf die digitale Zukunft informativ aber auch kritisch vorzubereiten.