Stark vor Ort
· Mit dabei: die Stadt Neuenburg am Rhein
· Das Projekt „Stark vor Ort“ stärkt die Zusammenarbeit von Kommunen, Blaulichtfamilie und Zivilgesellschaft
· In einer sechsmonatigen Pilotphase entwickeln und erproben die ausgewählten Kommunen gemeinsam neue Beteiligungsformate
Gute Krisenvorsorge beginnt nicht erst, wenn der Ernstfall eintritt. Sie beginnt dort, wo Menschen vor Ort gemeinsam überlegen, was in Krisenfällen von wem getan werden muss und geleistet werden kann. Genau hier setzt das Projekt „Stark vor Ort – gut vorbereitet für den Ernstfall!“ an. Für die erste Pilotphase wurden nun acht Kommunen aus Baden-Württemberg ausgewählt. Mit dabei sind Baiersbronn, Ellenberg, Künzelsau, Mannheim, Mengen, Neuenburg am Rhein, Rastatt und Unterensingen.
Das gemeinsame Projekt der Baden-Württemberg-Stiftung, der Allianz für Beteiligung und des Staatsministeriums Baden-Württemberg hat zum Ziel, die Zusammenarbeit von Kommunen und der Blaulichtfamilie mit der Zivilgesellschaft zu stärken. Denn Vereine, Initiativen, Nachbarschaftsnetzwerke und engagierte Bürgerinnen und Bürger bringen wichtige Ressourcen mit, die auch in Krisen und Katastrophen eine entscheidende Rolle spielen können. Die Auswahl der Kommunen folgte dabei dem Prinzip „most different cases – most similar outcome“. Das heißt, die Pilotkommunen bilden bewusst unterschiedliche Ausgangslagen ab: manche klein und ländlich mit hoher Beteiligungserfahrung, andere städtisch geprägt mit vergleichbar geringer Anzahl an Beteiligungsprozessen in jüngerer Vergangenheit. Einige waren bereits mit Katastrophen wie Hochwasser oder Sturm konfrontiert, andere (noch) nicht. Weitere Kriterien für die Auswahl waren etwa die geographische Lage sowie die Bevölkerungsstruktur.
„Eine starke und widerstandsfähige Demokratie lebt davon, dass Menschen vor Ort zusammenarbeiten und sich gegenseitig unterstützen. Als Baden-Württemberg-Stiftung setzen wir uns bereits seit vielen Jahren für gesellschaftlichen Zusammenhalt ein. Das Projekt „Stark vor Ort“ knüpft genau daran an: Es bringt Kommunen, Hilfs- und Rettungsdienste, Vereine und engagierte Bürgerinnen und Bürger zusammen und stärkt die Kooperation vor Ort“, sagt Theresia Bauer, Geschäftsführerin der Baden-Württemberg-Stiftung. „So entstehen Netzwerke, die im Krisenfall schnell und wirksam handeln können. Ich freue mich deshalb sehr, dass nun acht Pilotkommunen im ganzen Land an den Start gehen.“
„Wir wollen nicht nur ein Format für eine bestimmte Art von Kommune entwickeln. Die unterschiedlichen Ausgangslagen der Pilotkommunen ermöglichen es uns, herauszufinden, welche Ansätze unter verschiedenen Bedingungen funktionieren und was sich auch auf andere Kommunen übertragen lässt“, erklärt Anni Schlumberger, Geschäftsführerin der Allianz für Beteiligung.
Gemeinsam stark im Krisenfall
In der rund sechsmonatigen Pilotphase entwickeln die ausgewählten Kommunen gemeinsam mit der Allianz für Beteiligung ein Beteiligungsformat und erproben es vor Ort. In mehreren aufeinander aufbauenden Veranstaltungen geht es darum, Vertreterinnen und Vertreter aus Kommune, Blaulichtfamilie, lokalen Organisationen und Bürgerschaft zusammenzubringen. Potenziale für die Zusammenarbeit werden identifiziert und konkrete Maßnahmen und Abläufe für den Krisen- und Katastrophenfall entwickelt. Die Allianz für Beteiligung wird den gesamten Prozess konzeptionell und organisatorisch begleiten. Die Erfahrungen und Erkenntnisse aus den acht Pilotkommunen sollen anschließend in eine praktische Toolbox einfließen. Ab Herbst 2027 wird das Format in bis zu 20 weiteren Kommunen in Baden-Württemberg umgesetzt und im Anschluss allen interessierten Kommunen im Land zur Verfügung stehen. „Stark vor Ort- gut vorbereitet für den Ernstfall!“ stärkt damit nicht nur die Krisenvorsorge, sondern vor allem das, was im Ernstfall entscheidend ist: gute Zusammenarbeit, schnelles Handeln, gute Bewältigungsstrategien und Menschen, die wissen, was sie füreinander tun können.
Die Pilotkommune Neuenburg am Rhein
Die Stadt Neuenburg am Rhein bereichert als Grenzstadt zu Frankreich die Pilotphase des Projekts. Die lokale Stadtgeschichte weist zudem die Krisenerfahrung durch die Zerstörung durch Kriege wie auch Überflutungen aus. Heute liegt die Stadt im Herzen von Europa und stellt einen wichtigen Autobahnstandort an der A5 dar, der auch zahlreiche Übernachtungsgäste in die Stadt bringt. Über 120.000 Übernachtungen pro Jahr weist die Stadt aus. Mit diesen Charakteristika ist Neuenburg prädestiniert dafür, das Projekt gemeinsam mit Stadtverwaltung und Zivilgesellschaft zu erproben.
Kontakt vor Ort: Andreas Grozinger
E-Mail: andreas.grozinger@neuenburg.de
Telefon: 07631 – 791121
Über die Baden-Württemberg-Stiftung
Die Baden-Württemberg-Stiftung wurde im Jahr 2000 gegründet und ist eine der großen operativen Stiftungen in Deutschland. Als unabhängige und überparteiliche Stiftung des Landes ist sie in besonderem Maße den Menschen in Baden-Württemberg verpflichtet. Mit einem klaren Auftrag und mit einer klaren Haltung gestaltet sie den Wandel – in Gesellschaft und Kultur, in der Bildung sowie in der Spitzenforschung. Für eine gemeinsame Zukunft, die nicht auf das Ich, sondern auf das Wir baut. Die Baden-Württemberg-Stiftung engagiert sich für eine lebendige Bürgergesellschaft und fördert soziale und kulturelle Teilhabe. Mit Ideen und mit Investitionen in Bildung, Wissenschaft und Kultur setzt sie sich für ein nachhaltig lebenswertes Baden-Württemberg ein. Ihr Motto: Wir stiften Zukunft. www.bwstiftung.de
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