Aus dem Gemeinderat ...
Die Entwicklung der Kriminalstatistik für Neuenburg am Rhein zeigt keine Auffälligkeiten, stellte der stellvertretende Leiter des Müllheimer - Polizeireviers, Christian Hummel, in der jüngsten Sitzung des Neuenburger Gemeinderates fest.
Es hat schon Tradition, dass ein Repräsentant der Revierleitung die polizeiliche Kriminalstatistik den Mitgliedern des Gemeinderates vorstellt. Um die Zahlen der statistischen Erfassung richtig einordnen zu können, waren die Erläuterungen des Ersten Polizeihauptkommissars für die Ratsmitglieder durchaus wertvoll.
Im vergangenen Jahr registrierte die Polizei auf Neuenburger Gemarkung 1393 Straftaten.
„Das waren 316 Fälle oder 29,3 Prozent mehr als im Vorjahr“, berichtete der stellvertretende Revierleiter. Was also auf den ersten Blick als besorgniserregend ausschaut, lässt sich laut Hummel schnell relativieren. Die Zunahme ist vor allen Dingen auf den Kontrolldruck der Bundespolizei entlang der Grenze und beim Grenzübertritt zurückzuführen.
Diese Vorkommnisse fallen meist unter sogenannte strafrechtliche Nebengesetze. In der Statistik sind das 647 Vorkommnisse nach einer Zunahme von 390 Fälle. Dazu gehören Verstöße gegen das Aufenthaltsgesetz etwa bei einem illegalen Grenzübertritt, Schmuggel, Betäubungsmittelgesetz, Verstöße gegen das Waffengesetz, Zollhinterziehung und vieles mehr. Weil die Straftaten auf Neuenburger Gemarkung festgestellt wurden, werden sie der allgemeinen Kriminalstatistik zugeschlagen, erklärte Christian Hummel.
Ein Blick auf andere Straftatarten verrät, dass sich die anderen Deliktformen entweder gesenkt haben oder sich zumindest auf ähnlichem Niveau wie im Jahr 2024 bewegen.
Im vergangenen Jahr registrierte das Müllheimer Polizeirevier, das vor Ort von einem Polizeiposten unterstützt wird, keinen einzigen Fall einer Straftat gegen das Leben, auch die Zahl gegen die sexuelle Selbstbestimmung sank um zwei auf 20 registrierte Fälle.
Ebenfalls abgenommen haben die Diebstahlsdelikte um 56 auf 211 Fälle und auch die Vermögens- und Fälschungsdelikte verringerten sich um 23 Vorkommnisse auf 233 registrierte Straftaten.
Um sieben Fälle zugenommen haben Rohheitsdelikte (117 Vorkommnisse). Sonstige Straftatbestände stiegen um einen auf 165 Fälle. Die Aufklärungsquote für den Bereich Neuenburg gab Christian Hummel mit 74,3 Prozent an. „Damit haben wir unsere Quote im Vergleich zu den vorangegangenen Jahren deutlich verbessert“, stellte der Polizeihauptkommissar fest.
Auch im Vergleich zum gesamten Reviergebiet als auch zum Landkreis und zum Stadtkreis Freiburg nahm die Aufklärungsquote auf Neuenburger Gemarkung eine Spitzenposition ein. Allerdings schlägt das Ergebnis anhand der sogenannten statistischen Häufigkeitsziffer – hier werden die Fallzahlen auf 100.000 Einwohner hochgerechnet, um eine Vergleichbarkeit zu erzielen – im Vergleich zu den übrigen 13 Kommunen im Revierbereich durch. Aber auch hier hat, das wurde nochmals deutlich, die Fallzahl der Bundespolizei wegen der strafrechtlichen Nebengesetze ihre Spuren hinterlassen. Diese Delikte haben an der Gesamtzahl einen Anteil von 47 Prozent, gefolgt von Vermögens- und Fälschungsdelikten mit 17 Prozent und Diebstahlsdelikte mit 15 Prozent. Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit machen acht Prozent aus, Delikte gegen die sexuelle Selbstbestimmung schlagen mit einem Prozent zu Buche, sonstige Delikte, die nach dem Strafgesetzbuch verfolgt werden, haben einen Anteil von zwölf Prozent.
Von den 1012 Tatverdächtigen sind 865 Erwachsene, 75 Heranwachsende, 45 Jugendliche und 27 Kinder. In allen Kategorien ist der Anteil der Nichtdeutschen sehr hoch, wie die statistische Auswertung der Polizei ergab.
Etwas gesunken ist die Zahl der Tatverdächtigen unter 21 Jahren Von den 71 registrierten Personen waren 35 Heranwachsende (18 bis 21 Jahre), 26 Jugendliche (14 bis 18 Jahre) und 10 Kinder unter 14 Jahren. Von den 802 registrierten Rohheitsdelikten fanden 117 in Neuenburg statt, darunter 67 Körperverletzungen und 44 Straftaten gegen die persönliche Freiheit.
Spitzenreiter waren hier Bad Krozingen (208 Fälle) und Müllheim mit 201 Vorkommnissen.
Unter dem Begriff Straßenkriminalität werden besonders schwere Diebstähle und Sachbeschädigungen im Bereich Kraftfahrzeuge, der Diebstahl von Fahrrädern, der Taschendiebstahl, die gefährliche beziehungsweise schwere Körperverletzung, Raubdelikte, räuberische Erpressung und räuberischer Angriff zusammengefasst.
Mit 757 Fällen im ganzen Revierbereich ging die Zahl gegenüber den beiden Vorjahren deutlich zurück. 113 registrierte Fälle – und damit deutlich weniger als 2023 (135 erfasste Taten) und 2024 (155 Vorkommnisse) – fanden auf Neuenburger Gemarkung statt.
Die Zahl der Diebstahlsdelikte sank im Vergleich zum Vorjahr auf 211 angezeigte Fälle. Mit sechs Wohnungseinbrüchen bleibt die Fallzahl so gering wie in den Vorjahren. Die meisten Diebstähle wurden von Erwachsenen begangen, die Zahl der Tatverdächtigen unter 21 Jahren sank von 25,5 Prozent (2024) auf 14,7 Prozent.
Von den 118 angezeigten Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung wurden 20 in Neuenburg und den Ortsteilen aufgenommen. Darunter wurden jeweils acht Fälle von Verbreitung pornografischer Schriften und sexuellen Missbrauchs und fünf Fälle von Kinderpornografie angezeigt. Unter den 18 Tatverdächtigen waren ein Heranwachsender, vier Jugendliche und drei Tatverdächtige im Kindesalter.
Bericht: Volker Münch

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