Hemdglunkiumzug und Proklamationam Schmutzige Dunnschdig
Die Zähringerstadt ist fest in Narrenhand: Über eine Leiter stürmten Rhiischnooge-Oberzunftmeister Tobias Anlicker und sein Seneschall Tobias Nafz ins Obergeschoss des Rathauses und entrissen dem Bürgermeister den Stadtschlüssel.
Noch vor 19.11 Uhr herrschte auf dem Rathausplatz eine gespenstige Stille. Der Wind pfiff um die Hausecken, einzelne Hemdglunkis querten den Platz in Richtung Aufstellungsraum für den Hemdglunkiumzug. Dann allerdings kündigten die Musiker der Orchestergemeinschaft Neuenburg-Zienken den Umzug an, gefolgt von den Hemdglunkis und dem Wagen mit dem Hisgir, der traditionsgemäß immer wieder aus seinem Bett auf und ab sprang, sobald er das Hisgir-Lied hörte, das vom Männergesangverein inbrünstig gesungen wurde. Dem Hisgir folgten Hunderte von Hemdglunkis in ihren weißen Klamotten und Laternen tragend. Eingereiht haben sich die Burghexen, die einen stattlichen Narrenbaum mit sich führten.
Beim Eintreffen vor dem Rathaus ein ungewohntes Bild: Es war im Rathaus zappenduster. Anfangs kein Bürgermeister weit und breit, kein Bediensteter, der den Narren die Türen oder wenigstens die Fenster hätten öffnen können. Und so skandierten die Narren, allen zuvorderst der Oberzunftmeister, sein Seneschall und ein Fahnenträger, laute Rufe, der Bürgermeister möge sich am Fenster zeigen. Dann kam endlich Leben in die Szenerie. Doch ganz kampflos wollte Jens Fondy-Langela seine Macht und vor allen Dingen den Stadtschlüssel nicht an die Narrenschar übergeben, denn: „Es gibt bei uns doch nichts mehr zu holen, wir sind pleite“, machte der Bürgermeister deutlich. Das schreckte allerdings Oberzunftmeister Anlicker und seine Mannen respektive Frauen nicht ab, das Bürgermeisterzimmer im ersten Obergeschoss über eine Leiter zu entern und dem Burgi den Schlüssel zu entreißen. In ihrer Verkündigung wünschten Oberzunftmeister und Seneschall den Narren eine glückselige Fasnacht, forderten zu guter Stimmung, einem friedlichen Verlauf und viel Spaß auf.
Dann traten die Burghexen in Aktion. Im Schein einiger Pyro-Fackeln stemmten sie den Narrenaum in die Höhe und ließen ihn in die vorgesehene Verankerung gleiten – natürlich erneut ohne Zwischenfälle, dafür ganz souverän. Anschließend ging das Narrentreiben der Hemdglunkis erst auf dem Rathausplatz und später bei der großen Hemdglunkiparty im Stadthaus weiter.



