Renaturierung des Klemmbachs

Bedeutung für den Biotobverbund

Renaturierung des Klemmbachs

Außerhalb des bebauten Bereiches ist der Klemmbach im Stadtgebiet Neuenburg am Rhein eines der wenigen verbliebenen durchgängigen Lebensraumelemente und hat daher eine wichtige Bedeutung für den Biotobverbund. Der durchgängige Gehölzbestand macht den Bachlauf zu einem prägenden Element in der sonst weitgehend ausgeräumten Rheinebene und bereichert damit das Landschaftsbild.
Auch im bebauten Bereich trägt der Klemmbach durch seinen teilweise vorhandenen Uferbewuchs und durch das Gewässer selbst zum Biotopverbund und zur Auflockerung des Stadtbildes bei.

Warum ist eine Renaturierung des Klemmbaches sinnvoll?

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt muss der Zustand des Klemmbaches überwiegend als unnatürlich und für den Landschaftsraum untypisch bezeichnet werden. Dafür verantwortlich sind:

  • geradliniger Gewässerverlauf, z. T. abseits des natürlichen Tiefpunktes des Geländes
  • einförmige Sohlenausformung und teilweise Verbauung der Sohle
  • einförmige, teilweise verbaute Böschungen
  • fehlender Bewuchs der Ufer und Böschungen mit standortgerechten Pflanzenarten der Röhrichte, Hochstauden und gewässerbegleitenden Gehölze.

Folge des unnatürlichen Zustandes ist, dass hier immer weniger typische Pflanzen- und Tierarten ihren Lebensraum finden.
Außerdem kann der beschleunigte Abfluss des Wassers in einem geradlinigen Gewässerbett zu erhöhten Abflussspitzen in den Unterläufen der Gewässer führen, wodurch die Anlieger dort besonders stark geschädigt werden. Da sich das Gewässerbett des Klemmbaches gegenwärtig in einem Bereich mit sandigen Böden befindet, versickert ein großer Teil des Bachwassers. Dies hat zur Folge, dass der Klemmbach im Sommer häufig trockenfällt. Und schließlich beraubt man sich durch steile Uferböschungen, technisch ausgebauten Gewässerzustand und mangelnde Zugänglichkeit des Baches und sein Umfeld für die Erholung zu nutzen.

Wege zum Ziel

Verlegung des Bachlaufes östlich von Neuenburg am Rhein
Durch die Verlegung des Baches "Talmitte" soll ein der Geländesituation entsprechender, naturnaher Zustand wiederhergestellt werden. Gleichzeitig kann dabei der für die Rheinstraßen eigentlich charakteristische, leicht schlängelnde Verlauf des Baches wiederhergestellt werden.

Verbreiterung des Gewässerbettes

Diese Maßnahme ist vor allem in der Stadt selbst notwenig, Sie dient der Neuschaffung von Lebensraum für Pflanzen und Tiere, aber auch der Steigerung des Erholungswertes des Baches. Durch aufkommenden Röhrichtbewuchs in den Randbereichen, kann die Abflussgeschwindigkeit bei Hochwasser reduziert werden.

Schaffung naturnaher Uferzonen und Böschungen

Durch die Entfernung von Ufer- und Sohlverbauungen wird Lebensraum für Pflanzen- und Tierarten geschaffen sowie die Durchgängigkeit des Baches für Ausbreitungsbewegungen, beispielsweise von Fischen, erhöht. Wo auf Befestigung der Uferböschung nicht verzichtet werden kann, sollte diese durch Lebendbauverfahren (z.B. Weiden-Stecklingen) ersetzt werden.

Schaffung von Zugangsmöglichkeiten und Sitzgelegenheiten

Treppen oder besonders flach ausgezogene Böschungen können Erholungssuchen-den den Zugang zum Gewässer erleichtern. Sitzgelegenheiten laden zum Verweilen und Genießen ein.

Ansprechpartner

Norbert Selz

Sachbearbeitung

Telefon +49 (0) 76 31 - 791-210
Fax +49 (0) 76 31 - 791-23-210
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Aufgaben:

Natur-, Umwelt- und Gewässerschutz, Baumschutzsatzung, Biotopvernetzung, Artenschutz