Breitbandausbau in Neuenburg am Rhein
Die Breitbandversorgung in manchen Bereichen Neuenburgs und den Ortsteilen soll im Ausbau optimiert werden. Es geht um sogenannte graue Flecken, also Gebiete, in denen die Geschwindigkeit weniger als 100 Mbit pro Sekunde beträgt und kein privater Anbieter das Netz ausbaut.
Es liegt wohl in der Natur der Sache, dass private Netzanbieter nur dort ihre Netze ausbauen, wo sie ein lukratives Geschäft erwarten. Das heißt: Gebiete mit geringem Nutzerpotenzial werden gerne ausgenommen. In diesem Fall spricht die Bundesnetzagentur von einem Versagen des Marktes. Und hier kommt ein Förderprogramm des Bundes ins Spiel, das den Landkreisen und Kommunen die Möglichkeit bietet, in eigener Verantwortung die Breitbandnetze zu bauen und anschließend an einen Betreiber zu verpachten.
Das betraf bisher sogenannte „weiße Flecken“, also Gebiete, in denen bisher nur ganz langsames Internet, hier werden sogar 30 Mbit pro Sekunde unterschritten, möglich war. Nun wurde das Förderprogramm des Bundes erweitert und für Gebiete, in denen Haushalte liegen, die zwar deutlich mehr als die geringen Leistungen der weißen Flecken aufweisen, aber immer noch unter der Grenze von 100 Mbit/Sekunde liegen, einen Ausbau anzubieten. Voraussetzung ist, dass bereits ein bewilligter Antrag für „weiße Flecken“ im Bundesförderprogramm zum Infrastrukturausbau noch nicht abgeschlossen ist. Dann können Trassenanlieger auf dem Weg zum weißen Fleck einbezogen werden. Um die Abwicklung im Landkreis und damit auch in Neuenburg am Rhein kümmert sich in den Gebieten mit dem entsprechenden „Marktversagen“ der Zweckverband Breitband Breisgau-Hochschwarzwald. Damit Bereiche in Neuenburg am Rhein und den Ortsteilen in diese erweiterte Förderkulisse einbezogen und der Zweckverband die neuen Anschlüsse realisieren können, musste der Neuenburger Gemeinderat nun zustimmen. Allein für die Einbeziehung der grauen Flecken fallen Kosten in Höhe von knapp 5,75 Millionen Euro an, von denen die Stadt zehn Prozent als Eigenanteil finanzieren muss.
Waren in den ersten Jahren seit Gründung des Zweckverbandes die Arbeiten erst zögerlich gestartet, so hat der Netzausbau kräftig an Fahrt aufgenommen. Von dem Investitionsvolumen von rund 500 Millionen Euro im Bereich des Landkreises hat der Zweckverband Breitbandausbau bereits Aufträge in Höhe von 417 Millionen Euro vergeben. Von der Aufweitung des Förderprogramms profitierten auf der Neuenburger Gesamtgemarkung etwa 693 Hausanschlüsse mit 26 Kilometer zusätzlichen Trassenstrecken. In Grißheim betriff das an den periphären Ortsrandlagen etwa 57 Hausanschlüsse, in Zienken sind es 191 Hausanschlüsse, in der Kernstadt sind es 23 Hausanschlüsse und in Steinenstadt betriff t es rund 422 Hausanschlüsse, die nun angeschlossen werden können.
Der Gemeinderat stimmte dem weiteren Ausbau unter Einbeziehung der sogenannten grauen Flecken einstimmig zu.

