Die Neuenburger Krone – ein Gasthaus mit Geschichte und Tradition

Winfried StuderHistorisches Schaufenster, Neuenburg am RheinIm Mittelpunkt des „Zähringer Straßenkreuzes“ in Neuenburg am Rhein standen drei stattliche Gasthäuser mit einem guten Namen: Krone, Schlüssel und Hirschen – Gasthäuser, die für die Stadt am Rheinübergang in das benachbarte Elsass und nach Basel eine wichtige Funktion hatten. 

Gasthaus Krone

Zwei von ihnen, Schlüssel und Hirschen, wurden schon 1940 mit der Stadt zerstört. Am 12. April 1945 teilte das Gasthaus Krone ihr Schicksal und wurde ein Opfer des Krieges. Der Wiederaufbau des Schlüssels, der bereits im Kriegsjahr 1940 begonnen wurde, scheiterte, als der noch unvollendete Bau 1945 erneut zerstört wurde. Nur das bei Einheimischen und Gästen beliebte historische Gasthaus Krone überlebte und wurde an seinem früheren Standort wiederaufgebaut.
Zu diesem Zeitpunkt hatte es bereits eine uralte Tradition. Illustre Gäste hatte das Haus bereits im 15. Jahrhundert beherbergt, wie im Haushaltungsbuch des Basler Fürstbischofs Johannes von Venningen (†1478), im Berner Staatsarchiv mehrfach vermerkt ist. “Neuenburg im Breisgau“ war eine oft besuchte Stadt des Fürstbischofs, zu dessen größten Verdiensten die Stiftung der Universität Basel im Jahr 1460 gehört.
In der 1902 in Basel erschienenen Dissertation „Johann VI. von Venningen“ von Josef Stöcklin, wird berichtet: „Vielfach fanden Rendevous mit den Österreichischen Herzögen statt, oder wenn die hohen Herrschaften in Basel Besuch machten, gab ihnen der Bischof etwa noch das Geleit“ bis nach Neuenburg. 1458 ist im Haushaltungsbuch des Bischofs vermerkt, dass der Bischof einen Gulden „eynem Knecht der den waithsaick vom schieff trug in das Kirchherrn Huss zu Nüwenburg“ bezahlte. Vor seiner Reise nach Neuenburg am Rhein gibt er im März 1466 „15 Gulden zu schenken uff der schiff slüthen stuben als die mich gen Nüwenburg führten“, wie im penibel geführte Haushaltungsbuch notiert ist. 1459 berichten die Aufzeichnungen: „5 Gulden und 19 Kreuzer habe ich verezert zu Nüwenburg uff Sonntag zu morges ymbis und uff die nacht mit den Pferden und uff mentag zu morgen ymbis in Her Hermann von Eptingen sachen und ist der schiff slone darinn gerechnet“. 1468 zahlte der Bischof „für die Zerung des Kilchherrn von Nüwenburg“ in der Krone 16 Gulden.

Miniatur von Fürstbischof Johannes von Venningen beim Gründungsakt der Universität Basel im Jahre 1460.