Das Neuenburger Wetter 2025 und wie sich das Nepomukfest darin einfügte
Mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von 11,9 Grad Celsius und einer Abweichung von +0,4 Grad vom Durchschnitt der vergangenen zwanzig Jahre (2005 bis 2024) ist 2025 ein weiteres Jahr, das einen Teil der Auswirkungen des globalen Klimawandels auf lokaler Ebene zeigt (vgl. Abbildungen 1 und 2 oben). Mit Ausnahme von zwei Jahren (2016 und 2021) haben alle anderen Jahre seit 2014 Temperaturen erreicht, die über dem 20-jährigen Mittel liegen.
Die Niederschlagssumme des Jahres entspricht nahezu perfekt dem langjährigen Durchschnitt (vgl. Abbildungen 1 und 2, Mitte). Typisch für die Niederschläge ist eine relativ starke Schwankung der Werte der einzelnen Monate. Insofern erscheinen die Niederschläge des Jahres 2025 unauffällig. Geht der Blick jedoch etwas weiter in die Vergangenheit, so wird ein Niederschlagsrückgang in der Region gegenüber den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts deutlich.
Die Zahl der Sonnenscheinstunden war im abgelaufenen Jahr mit einem Plus von über 120 Stunden üppig. Möglicherweise scheint diese Feststellung nicht mit ihrer eigenen Erinnerung übereinzustimmen. Was sind die möglichen Gründe für eine solche Abweichung der physikalisch gemessenen Werte und der individuellen Erinnerung? Ein Teil der Erklärung dürfte ein gewisses Sonnendefizit in den beiden Ferienmonaten Juli und September sein. Ein weiterer Erklärungsansatz ist, dass der Juli in unseren Breiten normalerweise der wärmste Monat ist. Die Temperaturkurve zeigt jedoch eine Delle der Monatstemperatur im Juli. Juni und August waren im letzten Jahr jeweils wärmer. Aus den Abweichungen der jeweiligen Monatswerte im langjährigen Vergleich (Abbildung 2, oben), lässt sich ableiten, dass die angesprochene „Delle“ in der Temperaturkurve zu einem größeren Teil Folge der deutlich höheren Temperaturen in Juni und August ist als eines kühlen Julis. Werden die Befunde der negativen Abweichungen der Sonnenstunden in Juli und September, sowie die überdurchschnittlich hohen Niederschläge in August und September zusammengefügt, so lässt sich daraus insgesamt ein relativ instabiles Sommer- und Spätsommerwetter erkennen. Schaut man sich die Tageswerte (Abbildung 3) und nicht die Monatswerte an, wird das Ganze noch deutlicher. Der Sommer 2025 begann mit hohen Temperaturen bereits im Juni bis Anfang Juli. Am 2. Juli wurde mit 36,6 °C die zweithöchste Temperatur des Jahres erreicht. Getoppt wurde diese nur von 36.8.°C am 13. August. Nach deutlichem Temperaturrückgang bis zum 9. Juli und mäßigem Anstieg zum zweiten Juliwochenende konnte das Nepomukfest auf dem neuen Festgelände auf der Rheinterrasse bei nahezu perfektem Festwetter durchgeführt werden.
Es war, bis auf einen kurzen Schauer am letzten Festtag, niederschlagsfrei und mit Tagesmittelwerten zwischen 19,9 und 23,4 °C sowie täglichen Höchsttemperaturen zwischen 26,8 und 31,1 °C ideal temperiert. Ab dem 15. Juli folgte bis Ende September ein Auf und Ab der Temperaturen sowie immer wieder Niederschlag. Lediglich vom 3. bis zum 18. August gab es eine längere trockene Phase. Von den 92 Tagen der drei genannten Monate regnete es an 37 Tagen mal mehr, mal weniger ergiebig. Der regenreichste Tag des Sommers war mit fast 50 Litern pro Quadratmeter der 28. August. Sollte Ihnen der Sommer 2025 daher als mittelmäßig in Erinnerung geblieben sein, so ist der Eindruck nicht ganz falsch und der eben beschriebene wechselhafte Verlauf gibt die Erklärung dafür. Allerdings war der Sommer, wie das Jahr insgesamt, überdurchschnittlich warm. Vor dem Hintergrund der mit höheren Temperaturen verbundenen größerer Wahrscheinlichkeiten von extremen Wetterereignissen, ist festzuhalten, dass in 2025 glücklicherweise weder Hitze oder Dürre noch Sturm oder Niederschlag in extremem Ausmaß und entsprechenden Schäden auftraten.
Helmut Saurer


